Die ältere Generation greift immer häufiger zum Smartphone oder setzt sich vor den Heimcomputer, wenn sie ihr Geld verwalten will. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Fast 40 Prozent der Über-65-Jährigen in Deutschland haben im vergangenen Jahr damit begonnen, ihre Bankgeschäfte online abzuwickeln – ein Anstieg um beinahe hundert Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund für diesen Wandel war offensichtlich die Pandemie. "Seit Corona erleben wir einen regelrechten Ansturm von Seniorinnen und Senioren auf die Online-Angebote der Banken", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Insgesamt setzen in Deutschland mittlerweile vier von fünf Befragten beziehungsweise 80 Prozent auf Onlinebanking, statt eine Filiale zu besuchen.

Gute Banking-Apps bieten Wettbewerbsvorteile
Ein modernes Digitalangebot spielt für Bankkunden eine bedeutende Rolle bei der Auswahl ihres Instituts. 86 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen eine benutzerfreundliche Onlinebanking-App wichtig sei – sogar wichtiger als der gebührenfreie Zugang zu Bargeld im Ausland oder die Nachhaltigkeitsstrategie des Geldhauses. Noch zentraler sind aber nach wie vor klassische Kriterien: Kunden wählen ihr Institut hauptsächlich mit Blick auf eine attraktive Einlagensicherung (98 Prozent), die Höhe der Bankgebühren (97 Prozent) und kostenlos nutzbare Geldautomaten (97 Prozent).

Unter den Befragten, die nach wie vor überhaupt kein Onlinebanking nutzen, tun dies laut Bitkom-Studie 87 Prozent "aus Gewohnheit". 61 Prozent fürchten sich vor Betrügern und Cyber-Kriminalität, für 51 Prozent der Internet-Abstinenzler ist Banking via Smartphone oder per Laptop noch zu kompliziert. Drei Viertel gaben zudem an, dass ihnen der persönliche Kontakt zu einem Bankangestellten wichtig sei. Laut der Umfrage nutzen umgekehrt nur 38 Prozent der Onliner ausschließlich das Internet für ihre Bankgeschäfte. 53 Prozent besuchen zumindest hin und wieder eine Filiale. (fp)