Der Online-Vermögensverwalter Moneyfarm will mit der bereits verkündeten Übernahme des Robos Vaamo seine Fühler nach Deutschland ausstrecken. Im September soll es endgültig losgehen. Dabei setzt der Robo-Berater, der auch in Großbritannien und Italien aktiv ist, auf eine Kooperation mit Allianz Global Investors (AllianzGI).

Die Fondsgesellschaft, deren Mutter Allianz Asset Management an Moneyfarm beteiligt ist, wird aktiv gemanagte Produkte aus ihrem Sortiment und Expertise beisteuern, wie Giovanni Daprà, Mitgründer und Vorstandschef von Moneyfarm, und Jürgen Weber, Head of Business and Operational Transformation bei Allianz Asset Management, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE erklären.

Portfolios und Expertise von Allianz GI
Moneyfarm, das 2012 in Italien gegründet wurde, möchte deutsche Anleger mit drei "Argumenten" überzeugen. Zum einen mit einem guten Service, der eine ausgefeilte Abfrage zum Auffinden des passenden Investments und die Möglichkeit einer persönlichen Betreuung durch einen Berater umfasst. Zum anderen mit ausgefeilten Anlagestrategien, die, als dritter Punkt, mit aktiv gemanagten Fonds von Allianz GI sowie ETFs und aktiven Produkten von anderen Gesellschaften bestückt sind.

Die derart zusammengestellten Portfolios basieren auf einer Multi-Asset-Strategie von Allianz GI, der ein von institutionellen Kunden bekannter Risikooptimierungsprozess zugrunde liegt. Preislich sei das Angebot auch sehr attraktiv – dank institutioneller Anteilsklassen bei den Drittanbieter-Fonds und speziellen Anteilsklassen, die für digitale Vermögensverwalter konzipiert sind, bei den Allianz-Fonds. Das gibt es nur selten: Zumeist setzen die Robos nur auf ETFs. Im Detail sehen die Kosten wie folgt aus: Je nach Anlagebetrag liegen sie zwischen 0,6 und 1,3 Prozent pro Jahr – inklusive Fondskosten und gegebenenfalls 0,1 Prozent Performance-Gebühr.

Ziel: Europas führender Robo-Berater
"Digitalaffinen Investmentkunden bietet Moneyfarm in Deutschland daher das Beste aus zwei Welten: Die Effizienz der digitalen Moneyfarm-Plattform und ihr hybrides Servicemodell kombiniert mit den etablierten Investmentansätzen und der Risikomanagementexpertise von Allianz GI", sagt Daprà. "Mit diesem Konzept möchten wir den für uns strategisch wichtigen deutschen Markt überzeugen, um weiter zu wachsen und unserem Ziel, Europas führender Vermögensverwalter zu werden, einen großen Schritt näherkommen."

Der Robo-Berater wird seine Produkte wie schon Vaamo, das Daprà zufolge wegen des ähnlichen Geschäftsmodells erworben wurde, im Direktvertrieb Endkunden anbieten. Allerdings gebe es auch Nachfrage von Finanzdienstleistern für künftige Kooperationen. Wachstumschancen gebe es am deutschen Markt allemal.

Der Moneyfarm-Chef schätzt, dass es in Deutschland Potenzial für ein von Robos verwaltetes Vermögen von mindestens 25 Milliarden Euro gibt. "Wichtig bei Start-ups ist, dass sie über einen soliden und nachhaltigen Business-Plan verfügen und so unter anderem hohe Kundenakquisekosten stemmen können", ergänzt Weber und fügt hinzu, dass Moneyfarm diesen langen Atem auch dank des Partners habe. Schließlich gibt es eine Reihe an Robos, die schon das Handtuch geworfen haben.

Wichtiges Projekt für Allianz AM
Kein Wunder, denn für die Allianz ist die Kooperation ebenso wichtig wie für Moneyfarm. "Zum einen möchte die Allianz mittels Moneyfarm am wachsenden Markt für Online-Vermögensverwalter teilhaben. Zum anderen ist Moneyfarm natürlich auch ein Vertriebsweg für die Fonds von Allianz GI", gibt Weber freimütig zu und bekräftigt damit bereits im vergangenen Jahr gemachte Ankündigungen der Gesellschaft. Ob alles nach Plan läuft, wird man ab September sehen. Dann können alle Kunden in das neue Angebot investieren. Für eine bis dahin laufende Testphase hat Moneyfarm die Bank 1822direkt als Partner gewonnen. (jb)