Die Allianz Deutschland will ihren gebundenen Versicherungsvermittlern an die Provisionen. Deutschlands größter Versicherer plant, für Agenturinhaber die sogenannte Bestandssicherungsprovision (BSP) abzuschaffen. Vermittler erhalten diese bislang am Ende eines Jahres, abhängig von der Höhe der Stornos: Wenn die Quote niedrig ist, fließt Geld.

Insgesamt die Hälfte der rund 8.200 Agenturinhaber erhält diese Zahlung. Bei vielen sollen die Summe 10.000 Euro betragen, bei manchen sogar 20.000 Euro. Im Schnitt geht es um einen "einstelligen Anteil an den Provisionseinnahmen". Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Zuvor wurde schon eine Sonderzulage gestrichen.

Neues Provisionsmodell
Die Agenturen sollen stattdessen auf ein neues Provisionsmodell umgestellt werden. Daher ist die BSP-Zahlung für 2017, die überdies auf vier Jahre gestreckt wird, die letzte. Der Grund für diesen Schritt ist der Zeitung zufolge, dass die Allianz die Kosten drücken und Geld frei machen möchte, um die Digitalisierung und den Ausbau neuer Angebote voranzubringen. Ein "Trostpflaster" sei aber, dass die Vermittler auf diese Weise wieder mehr verkaufen und ihre Courtagen wieder erhöhen könnten. 

Laut SZ hat die Allianz den jetzigen Zeitpunkt für diese Umstellung gewählt, da die Geschäfte gut laufen und die Vermittler die Einbußen so gut verkraften könnten. Allerdings plant die Bundesregierung, im ersten Quzartal 2019 einen Provisiosndeckel bei Lebensversicherungen einzuführen. Wie dieser genau ausgestaltet sein wird, steht noch nicht fest. Zudem haben auch Politiker der Koalitionsparteien Kritik an dem Vorhaben geübt. (jb)