Ein Schließfach bei der Bank ist zur Aufbewahrung von Wertgegenständen nicht die einzige Möglichkeit, sagt Andreas Görler, Vermögensmanager bei der Berliner Vermögensverwaltung Wellinvest – Pruschke & Kalm. In jeder größeren Stadt gibt es private Anbieter für Schließfächer, gesicherte Lagerhallen und andere Verwahrmöglichkeiten. "Hier hat man die Wahl zwischen relativ sicheren Lagerräumen und hochgesicherten Tresoranlagen", erklärt Görler. 

Wichtig ist, dass die Modalitäten zu den Wünschen der Kunden passen. Während Lagerräume in der Regel rund um die Uhr zugänglich sind, hat man etwa bei Tresoranlagen an Wochenenden oft keinen oder nur eingeschränkten Zugang. Die Kosten für Schließfächer sind zudem bei Spezialfirmen in der Regel höher als bei der Bank. "Ein Anbieter aus Stuttgart berechnet für ein fünf Zentimeter hohes Fach knapp 30 Euro im Monat", sagt Görler. Das ist viermal so hoch wie das Angebot einiger Banken für Fächer gleicher Größe. Wer Wertgegenstände lange aufbewahren und dabei Kosten sparen will, kann sich auch zu Hause einen Tresor einbauen lassen.

Versicherung informieren
Goldmünzen, Familienschmuck oder wichtige Dokumente in einem Bankschließfach oder einem stabilen, feuersicheren Wand- oder Möbeltresor aufzubewahren, ist sicherlich sinnvoll, sagt Görler. Die zuständige Versicherungsgesellschaft sollte allerdings vorab informiert und eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Denn die Standarderstattungsbeträge für Wertsachen, die aus privaten Wohnungen gestohlen werden, sind meist niedrig. 

Außerdem sollten Unterlagen, die im Schadensfall den Wert der Wertsachen belegen, getrennt aufbewahrt werden. "Grundsätzlich empfehle ich allerdings nicht, zu große Bargeldmengen oder Wertgegenstände im Haus oder der Wohnung aufzubewahren", so Görler.

Bankschließfächer noch immer gefragt
Da trifft es sich gut, dass Banken trotz Filialschließungen immer noch Schließfächer in hoher Anzahl vorhalten. Dies hat eine Umfrage des Börsenbriefs "Platow" unter den größten deutschen Kreditinstituten ergeben. So bietet etwa die Commerzbank eigenen Angaben zufolge rund 250.000 Schließfächer an.

"Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage", zitiert "Platow" einen Commerzbank-Sprecher. Sogar von "steigender Nachfrage" sei die Rede gewesen. Auch andere Institute, darunter die Deutsche Bank und die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank, verzeichneten eine stabile oder leichte steigenende Nachfrage. (fp/am)