Nein, durch simple und kostengünstige ETF sehe er keine Gefahr einer Kannibalisierung für das klassische Geschäft mit aktiv gemanagten Fonds. Das sagte Gottfried Hörich, Deutschland-Chef des französischen Asset Managers Amundi vor zwei Wochen im Interview mit FONDS professionell ONLINE. Und ja, eine Erweiterung des hauseigenen ETF-Sortiments sei deshalb durchaus beabsichtigt.

Nun folgen Fakten: Amundi baut sein Smart-Beta-ETF-Angebot mit dem Marktstart des "Amundi ETF Europe Equity Multi Smart Allocation Scientific Beta Ucits ETF" (ISIN FR0013040292) weiter aus. Der vom EDHEC-Risk Institute Scientific Beta entwickelte Strategieindex enthält große und mittelgroße europäische Aktien entwickelter Märkte. Er setzt sich aus vier Unter-Indizes zusammen, bei denen die Titelauswahl auf Basis der Faktoren Value, Size, Momentum und Volatilität und die Titelgewichtung jeweils mithilfe von fünf Diversifikationsmethoden erfolgt, heißt es in einer Mitteilung zum Produktstart. Die laufenden Kosten betragen 0,40 %.

Der ETF richtet sich an Investoren, die mit einem Smart-Beta-Investment Risikoprämien vereinnahmen und langfristig eine Überrendite gegenüber vergleichbaren, schlicht kapitalmarktgewichteten Indizes erzielen möchten. "Mit diesem innovativen ETF bieten wir eine europäische Variante des bereits 2014 aufgelegten 'Amundi ETF Global Equity Multi Smart Allocation Scientific Beta Ucits ETF' und weiten unser Multi-Smart-Beta-Angebot aus", sagt Valérie Baudson, CEO von Amundi ETF.

Die ETF-Sparte registriere derzeit eine merklich anziehende Nachfrage nach Smart-Beta-Lösungen von Kundenseite."Daher werden Smart-Beta-Lösungen in diesem Jahr eine zentrale Rolle beim Ausbau des ETF-Geschäfts von Amundi spielen", präzisiert Baudson die Ankündigung von Gottfried  Hörich. (ps)