Die Marktvolatilität des Jahres 2025 hat das Finanzverhalten europäischer Privatanleger spürbar verändert. Klassische Sparformen verlieren an Attraktivität, während der Kapitalmarkt für immer breitere Bevölkerungsschichten attraktiver wird. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei jungen Anlegern: Die Generation Z entwickelt sich zunehmend zum zentralen Treiber des Retail-Investing-Booms. Das zeigen anonymisierte Daten der Digitalbank N26 für Kunden der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren (Gen Z) und eine zusätzliche Umfrage unter europäischen Teilnehmenden.

Gen Z wird zur neuen Investoren-Generation
Den Daten zufolge macht die Gen Z inzwischen rund 30 Prozent der Anleger auf der Plattform aus. Zwischen Januar und Dezember 2025 stieg demnach die Zahl der Gen-Z-Kunden, die in ETFs und Aktien investieren, um 120 Prozent – das entspricht also mehr als einer Verdopplung innerhalb eines Jahres.

Parallel dazu wuchs auch das verwaltete Vermögen (Assets under Custody) in mehreren Kernmärkten im dreistelligen Prozentbereich. Dies deutet laut N26 nicht nur auf eine steigende Zahl neuer Depots hin, sondern auch auf eine zunehmende Aktivität bestehender Anleger.

Auffällig sei dabei, dass der Zuwachs vor allem durch Neueinsteiger getrieben wird. In einer europaweiten Umfrage unter N26-Nutzern, die 2025 erstmals investierten, gaben fast 90 Prozent der Gen-Z-Befragten an, absolute Anfänger oder noch am Beginn ihrer Investmentreise zu sein. Nur drei Prozent bezeichneten sich als erfahrene Investoren.

Vom Sparen zum Investieren
"Wir sehen Anzeichen für einen strukturellen Wandel im Finanzverhalten junger Europäer", sagt Akash Kedia, Product Director bei N26. Investieren werde zunehmend als zugängliche Alternative zum klassischen Sparen wahrgenommen.

Besonders ETFs bleiben dabei die dominierende Anlageklasse. Vor allem globale und US-Indexprodukte werden laut N26 bevorzugt genutzt. Zu den meistgehandelten Einzelaktien zählen unter anderem Nvidia, Rheinmetall und Apple. Insgesamt zeigen die Daten laut N26 eine klare Verschiebung: weg von einer rein sparorientierten Finanzkultur, hin zu einer aktiveren Kapitalmarktteilnahme. (jh)