Männer sind anders, Frauen auch: Das zeigt sich bei der Geldanlage. Frauen treiben hierbei große Sorgen und Ängste um. Mehr als die Hälfte fürchten, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können. Dementsprechend schreiben sie das Thema Sicherheit bei der Geldanlage besonders groß. 50 Prozent der Frauen in Deutschland setzen auf die vermeintliche Sicherheit des Sparbuches. Bei Männern sind es nur 41 Prozent, die das Sparbuch bevorzugen.

Daher sind Frauen auch bei Anlagen in Fonds zurückhaltender (27 Prozent) als Männer (32 Prozent). Damit einhergehend zeigen sie eine deutlich geringere Risikobereitschaft. Während 50 Prozent der Männer bereit sind, für eine höhere Rendite ein größeres Risiko einzugehen, entscheidet sich die Mehrheit der Frauen dagegen (60 Prozent). Das sind die Hauptergebnisse einer repräsentativen Studie unter 1.002 Bundesbürgern zum Anlageverhalten der Deutschen, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar 2022 im Auftrag der Gothaer Asset Management bereits zum dreizehnten Mal machte.

Nachhaltigkeit vor Rendite
Zudem sind Frauen eher bereit, zugunsten von Nachhaltigkeit auf Rendite zu verzichten: 53 Prozent der befragten Frauen würden das machen, dagegen nur 50 Prozent der Männer. Dazu passt, dass Frauen generell mehr von Nachhaltigkeit in der Geldanlage überzeugt sind: 62 Prozent versus 58 Prozent bei Männern. 

Auch interessant: Nachhaltigkeit meint nicht nur Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch soziale Gerechtigkeit und vertrauenswürdige Unternehmensführung. Umwelt- und Klimaschutz halten 43 Prozent der Männer für die wichtigste Facette, bei den Frauen sind es nur 36 Prozent. Sie tendieren stattdessen eher zur sozialen Gerechtigkeit (40 Prozent). "Der sogenannte Gender Pay Gap oder ein geringeres Einkommen durch Babypausen sind noch immer weit verbreitet. Zudem sind ein Großteil der Menschen in sozialen Berufen Frauen, die so die täglichen Ungerechtigkeiten hautnah miterleben", erläutert Claudia Kaczinski, seit 36 Jahren selbstständige Versicherungsberaterin. (jb)