Muss man über das Potenzial einer Aktie erst lange nachdenken, sollte man vom Kauf Abstand nehmen. Davon ist zumindest Michael Thaler überzeugt, Vorstand der Top Vermögen in Starnberg. Er rät stattdessen zu SWAN-Aktien. Das Akronym steht für "Sleep well at night" – übersetzt also "schlafe gut in der Nacht". Solche Titel stammten von Unternehmen, die nicht durch Dieselskandale, Monsanto-Klagen, fehlerhafte Flugzeug-Software oder ähnliche Turbulenzen beeinträchtigt sind, erklärt der Vermögensverwalter. "Unternehmen also, die sich völlig langweilig auf ihr Geschäft und Geschäftsopportunitäten konzentrieren können."

Attraktive Langweiler findet man nicht, indem man die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse studiert. "Solche Unternehmen findet man am einfachsten über Kennzahlenanalyse", erklärt Thaler. Sie zahlen häufig eine kontinuierliche Dividende und weisen langsam, aber stetig steigende Aktienkurse auf. "Anleger dürfen keine Scheu haben, bei solchen Aktien zu hohen, vielleicht sogar Höchstkursen einzusteigen", sagt der Anlageprofi. Der Grund: Sogar, wenn die Firmen Teile ihres Gewinns an Aktionäre ausschütten, verbleibt ein Gros davon im Unternehmen und sorgt für eine ordentliche Eigenkapitalrendite. "Steigende Kurse sind eine logische Folge", erklärt Thaler.

Vertrauen hilft bei Kursstürzen
SWAN-Aktien spielen ihre Stärken vor allem in schwierigen Börsenphasen aus. "Da kann man als Anleger bei Unternehmen, die schon nicht problemfrei in eine schwierige Marktphase gekommen sind, durchaus mit Unbehagen auf deren Zukunftsaussichten blicken", sagt der Anlageexperte. "Bei SWAN-Aktien dagegen bleiben Anleger – das zeigt unsere langjährige Erfahrung mit Privatinvestoren – gelassen und halten die temporär niedrigen Kurse gut durch." Damit haben sie Investoren, die angesichts Schwarzer Schwäne panisch und mit Verlust verkaufen, einiges voraus. "Und werden im Regelfall letztlich mit ansehnlichen Renditen belohnt", so Thaler. (fp)