Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, ob US-Amerikaner oder Deutsche finanz-affiner sind, dann erhalten Sie nun detallierte Antworten. Einige davon fallen verblüffend aus: So interessieren sich die Einwohner beider Länder ähnlich stark für Geldanlage-Themen. In zwei Punkten existieren aber große nationale Unterschiede: Die Deutschen sind grundsätzlich wesentlich misstrauischer gegenüber ihren Beratern. Außerdem kümmern sie sich lieber als die Amerikaner selber um ihre Finanzen – mithilfe des Computers. Das sind diezentralen Ergebnisse einer Studie, die die Quirin Bank zusammen mit dem Institut Yougov Deutschland und Yougov USA anfertigte und dafür in den beiden Ländern jeweils gut 1.000 Bürger über 18 Jahre befragte.

"Die Deutschen haben ein mehr als doppelt so großes Misstrauen gegenüber Beratern und Vermögensverwaltern wie die US-Amerikaner", fasst Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Quirin Bank zusammen. Fast sechs von zehn Erwachsenen in Deutschland (57%) hegen demnach grundsätzliches Misstrauen gegenüber Beratern, die Geldanlage-Produkte empfehlen. 58 Prozent unterstellen sogar, die Berater dächten nur an ihre Provisionen.

Das sieht der typische Renditesucher in den USA ganz anders aus: Nur 23 Prozent von ihnen sind sachkundigem Rat gegenüber eher abgeneigt. Und nur 37 Prozent der Amerikaner glauben, dass Berater vom Wesen her provisionsgetrieben sind (siehe Grafik unten).

Massive Bedenken der Deutschen gegenüber Beratern

Quelle: Quirin Bank

Damit geht einher, dass die Deutschen meinen, kein Geldanlage-Berater könne auf Dauer schlauer als der Markt sein und bessere Ergebnisse erzielen. Dieser Aussage stimmt jeder zweite Deutsche zu, in den USA ist es nur einer von drei Befragten. Ebenso unterschiedlich ist die Zustimmung zur Aussage: "Weil die Finanzmärkte immer komplizierter werden, durchschauen auch Experten immer weniger die Zusammenhänge." 58 Prozent der Deutschen gegenüber 41 Prozent der Amerikaner pflichten dem bei.

Unterschiede gibt es auch bei der Nutzung von Computern bei der Geldanlage: Immerhin die Hälfte der Deutschen vertrauen Algorithmen oder webbasierten Fonds- oder Aktienfiltern, in den USA sind es nur 26 Prozent. Zudem sind die Deutschen seltener gestresst, wenn sie ihre Geldanlage in Eigenregie betreiben: 48 Prozent in Deutschland zu 36 Prozent in USA. Daher das Fazit: Deutsche trauen dem Robo-Berater mehr als dem aus Fleisch und Blut.

So schätzen Deutsche und Amerikaner den PC bei der Anlage

Quelle: Quirin Bank