Ebenso wie viele andere Branchen leidet auch der Investment-Sektor unter der Pandemie – der Erholung am Aktienmarkt zum Trotz. "Die sich verschärfende Corona-Krise beschert Unternehmen Liquiditätsengpässe, Privathaushalten mit Kurzarbeitseinkommen geht es ähnlich. So ist es nicht verwunderlich, dass vielen im Moment nicht der Sinn nach Kapitalanlagen steht", sagt Michael Klimek, Portfoliomanager bei Euroswitch. Die Unsicherheit rund um die anstehende US-Wahl und die stockenden Brexit-Verhandlungen in Europa sorgen zusätzlich bei vielen Investoren für Zurückhaltung.

Bei Euroswitch geht man indes nicht davon aus, dass die Belastungen für die Asset-Management-Branche dauerhafter Natur sind. "Die globalen mittel- und langfristigen Makrotrends, die die Branche über viele Jahre stützen, sind weiterhin intakt", ist Klimek überzeugt. Dazu gehören insbesondere das weltweite Bevölkerungswachstum und der demografische Wandel. Je mehr Menschen es auf der Welt gibt, desto mehr Menschen wollen Vermögen aufbauen. Und je mehr Alte es gibt, desto wichtiger wird die Altersvorsorge.

Professioneller Rat bleibt hoch im Kurs
In Ländern mit kapitalgedeckten Vorsorgesystemen, die Anlegern zudem steuerliche Anreize bieten, boomt die lokale Fondsbranche. Der Euroswitch-Experte nennt als Beispiele Australien und die USA. "Wir erwarten, dass eine immer größer werdende ältere Generation ihr Bedürfnis nach finanzieller Absicherung im Alter politisch stärker artikulieren und angesichts ihrer wachsenden Wählermacht mindestens in demokratischen Ländern auch durchsetzen können wird", sagt er. Klimek ist sich sicher: Die wachsende gesellschaftliche Bedeutung der Altersvorsorge sei ein solides Fundament für eine weiterhin hohe Nachfrage nach professionellem Asset Management. (fp)