Die Kosten für Fondspolicen sind weiterhin zu hoch – und schmälern dadurch die Rendite für Privatanleger. Zu diesem Urteil kommt die EU-Versicherungsaufsicht Eiopa in einer aktuellen Studie zu Kosten und Erträgen von Versicherungsanlageprodukten, zu denen die Fondspolicen zählen.

Basis für die nunmehr dritte Auflage des Reports waren diesmal mehr als 680 Produkte von über 160 Versicherern, die 60 Prozent des europäischen Fondspolicenmarktes abdecken. Als Reaktion auf die Ergebnisse plant die Behörde striktere Regeln für die Anbieter von Fondspolicen, wie die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet.

Konsultationspapier in Vorbereitung
Einer Pressemitteilung der Behörde zufolge sind die Verwaltungskosten der Haupttreiber für die laut Eiopa zu hohen Gebühren. Im Schnitt gehen 30 bis 50 Prozent der gesamten Aufwendungen für die Betreuung durch die Versicherer drauf. Vertriebsprovisionen und Fondsgebühren sind nur für jeweils zehn bis 30 Prozent verantwortlich. Die vielfach als zu hoch kritisierten Provisionen für Vermittler sind also nicht der wichtigste Gebührentreiber. Die Biometriekosten liegen im Schnitt bei weniger als zehn Prozent.

Diese Zahlen sind für die Eiopa ein Anlass, mit Hilfe eines Konsultationspapiers Kriterien festzulegen, wann bei einem fondsgebundenen Vertrag das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmt. Die Kriterien wiederum sollen der Schritt in Richtung neuer, strengerer Regeln für die Kosten der Produkte sein, so "Reuters" unter Berufung auf Aussagen der Behörde.

Pandemie führt zu Vertragsauflösungen
Ein weiteres Thema der dritten Auflage der Studie waren die Auswirkungen der Corona-Krise auf Fondspolicen. Die Pandemie führte laut Eiopa dazu, dass Privatanleger in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und ihre Verträge vorzeitig auflösen müssen. Neben dem Problem, dass der Börsencrash im Frühjahr 2020 zu einer schlechteren Performance der Produkte führte, kamen in vielen Fällen noch hohe Kosten von bis zu fünf Prozent für die vorzeitige Auflösung des Vertrages hinzu, moniert die Behörde. (jb)


Die vollständige Eiopa-Studie können Sie hier im PDF-Format herunterladen (externer Link).