Im vergangen Jahr nominiert, 2021 Gewinnerin: Katherine Starks, Leiterin des Geschäftsbereichs Asset Servicing in Deutschland, Österreich, der Schweiz und der CEE-Region bei BNY Mellon, ist mit dem Fondsfrauen Award in der Kategorie "Role Model of the Year" ausgezeichnet worden. Im Interview mit FONDS professionell ONLINE erklärt die erfahrene Finanzfrau, wie ihr Unternehmen Frauen fördert, wie sie Kolleginnen coacht – und warum Frauen sich schnellstens einen neuen Job suchen sollten, wenn sie von respektlosen Führungskräften blockiert werden.


Frau Starks, Sie sind seit 2018 Leiterin Asset Servicing bei BNY Mellon in Frankfurt. Welche Aufgaben verbergen sich hinter diesem Titel?

Katherine Starks: Ich arbeite im Geschäftsbereich Asset Servicing bei der Niederlassung von BNY Mellon in Frankfurt, um unseren institutionellen Kunden maßgeschneiderte Lösungen und eine sehr persönliche Betreuung für unser Custody-, Verwahrstellen- und Fondsbuchhaltungsgeschäft anbieten zu können. Aus Frankfurt heraus bieten wir unseren Kunden neben dem klassischen Asset Servicing auch innovative Lösungen, um sie beispielsweise in ihrem digitalen Transformationsprozess oder bei ESG-Analysen sowie -Reports zu unterstützen.

Wann und warum haben Sie beschlossen, dass Sie als Frau in der Fondsbranche tätig sein möchten?

Starks: Ich kam auf Umwegen in die Fondsbranche. In meiner bisherigen Berufslaufbahn war ich zwar hauptsächlich in der Finanzindustrie tätig, aber den Sprung in die Fondsbranche habe ich erst mit meinem Wechsel zu BNY Mellon geschafft. In einer Führungsposition ist eine Eigenschaft von entscheidender Bedeutung: echte Begeisterung und die Fähigkeit, andere damit anzustecken. Meine Begeisterung und Leidenschaft gilt dem People Management und dem Aufbau sowie der Umsetzung von Vertriebsstrategien. In meiner Rolle bei BNY Mellon kann ich diese Leidenschaft gewinnbringend mit einbringen.

Was genau hat Sie ausgerechnet an BNY Mellon gereizt?

Starks: Bei BNY Mellon liegt ein wichtiger Fokus auf den Themen Diversity und Chancengleichheit. Eine große Vielfalt an Ideen, Erfahrungshintergründen und Perspektiven sind für den Erfolg und die Innovationskraft unseres Unternehmens von zentraler Bedeutung. Diversität und Chancengleichheit bedeuten für BNY Mellon Zukunftssicherheit. Bei der Wahl meiner Arbeitgeber, habe ich immer großen Wert daraufgelegt, für eine Organisation tätig zu sein, die diese Werte verinnerlicht und klare Diversitäts- und Inklusionsziele formuliert hat. BNY Mellon ist eine große, internationale Organisation, die dennoch von einer Unternehmenskultur geprägt ist, in der wir uns zugehörig und familiär fühlen und unsere Verschiedenheit zum Wohle aller einbringen können.

41 Prozent der weltweiten Belegschaft sowie 29 Prozent des Senior Managements von BNY Melon sind Frauen. Wie fördert das Unternehmen weibliche Beschäftigte?

Starks: Die Karrierepläne von Frauen werden bei BNY Mellon weltweit aktiv gefördert. Hierzu haben wir mit dem BNY Mellon Women's Initiative Network (WIN) ein globales, aber auch starkes lokales Netzwerk von Kolleginnen und Male Allies auf unterschiedlichen Karrierestufen etabliert. Im Rahmen der WIN-Initiative können sich Mitglieder austauschen, für die Gestaltung der eigenen Karriere wichtige Rollenmodelle als Inspiration finden und sich von Senior-Kolleginnen Coaching und Ratschläge holen, die bei der individuellen Definition des Karrierepfads helfen können. Ziel der Initiative ist es, dass jede Mitarbeiterin die Möglichkeit hat, von den besten Kolleginnen im Unternehmen und externen Impulsgebern zu lernen.

Wie setzen Sie persönlich sich für Frauenförderung im Unternehmen und auch außerhalb ein?

Starks: Im Laufe meiner Karriere habe ich viele Kolleginnen, auch junge Mädchen, gecoacht und sie in ihren Karriereplänen bestärkt. Mentoring-Programmen innerhalb und außerhalb der Organisation kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Die Mentees schätzen es sehr, sich außerhalb ihrer eigenen Hierarchielinie mit erfahrenen Führungskräften austauschen zu können. In jüngster Vergangenheit haben wir mit der Junior-Initiative ein Coaching für Schülerinnen durchgeführt und engagieren uns aktiv für eine weibliche Nachwuchsförderung.

Wie gelingt es Ihnen Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen?

Starks: Es bedarf einer guten Partnerschaft sowie Planung, um Karriere und Familie gleichermaßen zu meistern. Mein Mann und ich hatten nicht die starren Rollenbilder bei der Kinderziehung, wie man sie leider immer noch oft in Familien vorfindet. Ich hatte das große Glück, dass er als Musiker sich tagsüber um unsere Kinder gekümmert hat, wodurch ich meine Karrierechancen wahrnehmen konnte. Ansonsten wäre es schwer möglich gewesen, Karriere und Beruf zu vereinbaren.

Was würden Sie gerade jungen Frauen raten, die eine Karriere in der Finanz- und Fondsbranche anstreben?

Starks: Wir brauchen Frauen, die ihren eigenen Wert kennen und mutig sowie selbstbewusst ihre Karriereziele ganz klar kommunizieren. Ich erlebe immer wieder Frauen, die in ihrer Karriere 120 Prozent geben und sich trotzdem noch zu wenig zutrauen oder nicht über ihre Erfolge sprechen. Ich kann nur jeder Frau raten, sich bewusst sichtbar zu machen und nicht darauf zu warten, dass man ohne eigenes Zutun entdeckt wird. Auch möchte ich jeder Frau, die auf ihrem Karriereweg durch respektlose und verantwortungslose Führungskräfte behindert oder blockiert wird, raten, sich zu verändern. „Leave bad bosses" ist ein Motto, nachdem ich meinen eigenen Karriereweg immer ausgerichtet habe und das ich jeder Frau ans Herz legen möchte. 

Und zum Schluss: Was bedeutet es Ihnen, dass Sie 2021 mit dem Fondsfrauen Award "Role Model of the Year" ausgezeichnet worden sind?

Starks: Ich fühle mich unglaublich geehrt, diese Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen. Dieser Award bedeutet mir insofern sehr viel, als es so viele starke weibliche Vorbilder in der Fondsindustrie gibt, die diese Auszeichnung gleichermaßen verdient haben und deren Engagement für mehr Chancengleichheit unsere Branche nachhaltig zum Positiven verändert. Ich freue mich für alle anderen Sieger des diesjährigen Fondsfrauen Awards und wünsche mir, dass in den künftigen Jahren noch viele Vorbilder und Impulsgeber mit dieser Auszeichnung gewürdigt werden können.

Vielen Dank für das Gespräch. (am)