Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 200.000 Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes in Deutschland ist am Freitag in Berlin ohne Ergebnis geblieben. Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen der Gewerkschaften ab. Verdi und DBV möchten eine Gehaltssteigerung um sechs Prozent für zwölf Monate, die DHV verlangt acht Prozent für 18 Monate. Nicht nur das gewünschte Gehaltsplus sei unrealistisch. Hinzu kämen weitere kostenträchtige Forderungen insbesondere nach mehr Urlaub und kürzerer Arbeitszeit, die keinesfalls darstellbar seien.

"Dieses Forderungspaket ist zu schwer und so nicht konsensfähig. Es übertrifft das übliche Maß und ist weit entfernt von dem, was sich unsere Branche leisten kann", sagte Deutsche-Bank-Vorstand Karl von Rohr, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber. "Wir werden in der Gehaltsfrage als Kernthema dieser Runde nur zu einer Lösung kommen, wenn die Gewerkschaften die tatsächliche Lage unserer Branche stärker berücksichtigen", ergänzte Gunar Feth, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft öffentlicher Banken.

Arbeitgeber verweisen auf das immer noch hohe Vergütungsniveau
"Die Positionen der beiden Tarifparteien liegen sehr weit auseinander; das wurde schon in der Bewertung der Ausgangssituation deutlich", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister. Er habe in den Verhandlungen deutlich gemacht, dass die Beschäftigten in den vergangenen Jahren hinter der allgemeinen Lohnentwicklung zurückgeblieben seien und einen dringenden Nachholbedarf hätten.

Die Arbeitgeber verwiesen auf die anhaltend schwierige Branchenlage. Gegenüber der Tarifrunde 2016 habe sich die Ertragssituation keinesfalls verbessert, weshalb der Verteilungsspielraum beim Gehalt sehr gering bleibe. Die Arbeitgeber betonten darüber hinaus, das Vergütungsniveau im Bankgewerbe sei immer noch sehr hoch. Zudem hätten die Beschäftigten trotz schwieriger Lage auch in den Jahren seit der Finanzkrise von realen Gehaltszuwächsen profitiert.

Am Aschermittwoch wird weiterverhandelt
Eine klare Absage erteilten die Arbeitgeber der Verdi-Forderung nach sechs zusätzlichen bezahlten Urlaubstagen. Dies verbiete sich nicht nur aus Kosten- und Kapazitätsgründen. Auch die Begründung, die Beschäftigten klagten über erheblich gestiegene Arbeitsbelastung, sei nicht nachvollziehbar. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Aschermittwoch, 6. März, in Frankfurt am Main statt. (bm)