Edles Porzellan oder silberne Löffel? Nein, zwei Geldkassetten mit insgesamt 150.000 Euro Bargeld entdeckte ein Mann aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt beim Aufbau seiner für 250 Euro gebraucht gekauften Küche in einem doppelten Boden. Über den überraschenden Fund berichtet "Spiegel Online".

Der 50-Jährige hatte die Küche über eine Internetplattform erworben und dann in Halle abgeholt. Die Kassette fand sich in den Küchenmöbeln, die 150.000 Euro steckten in mehreren Briefumschlägen. Der ehrliche Finder gab das Geld anschließend in einem Polizeirevier ab.

Drei Prozent Finderlohn
Die Polizei Köthen konnte inzwischen die Vorbesitzerin der Küche ermitteln: Es handelt sich um eine 91-jährige Rentnerin, die in ein Pflegeheim gezogen war, einen nahen Verwandten mit der Auflösung ihres Hausstandes beauftragt und dabei das Geld schlicht vergessen hatte. Die Geldsumme wurde nach Angaben der Polizei beim zuständigen Amtsgericht hinterlegt. Der neue Besitzer der gebrauchten Küche geht zumindest nicht leer aus. Immerhin stehen ihm drei Prozent Finderlohn zu, also rund 4.500 Euro.

So selten kommt es gar nicht vor, dass stattliche Summen in alten Möbeln gefunden werden. Und zuweilen ist nicht nur das Möbelstück alt, sondern auch das Geld. So entdeckte erst im vergangenen Jahr ein Mitarbeiter einer gemeinnützigen Tierschutz-Organisation aus Leipzig beim Auseinandernehmen einer Kommode von Anno dazumal 27.700 D-Mark (rund 14.163 Euro). Da der einstige Spender der Kommode inzwischen verstorben ist, ließ sich nur erahnen, ob er das Geld in dem Möbelstück vergessen hatte oder es auf diese Art "mitspenden" wollte. (am/ps)