Obwohl die Corona-Pandemie die deutsche Wirtschaft nach wie vor fest im Griff hat, steigen die Kreditsummen in der Baufinanzierung republikweit weiter. Das zeigen Zahlen des Immobilienfinanzierers Dr. Klein. Angehende Hausbesitzer liehen sich demnach im Dezember durchschnittlich 300.000 Euro von der Bank – satte 15.000 Euro mehr als im Jahresmittel 2020. Der Aufwärtstrend war bereits in den Vormonaten zu beobachten gewesen. "Möglich wird das unter anderem durch extrem günstige Baufinanzierungszinsen, die Banken für zehnjährige Laufzeiten zum Teil schon unter 0,5 Prozent anbieten", erklärt Dr.-Klein-Vorstand Michael Neumann.

Quelle: Dr. Klein

Die Bedingungen in der Baufinanzierung sind weiterhin extrem gut. So gibt Dr. Klein die Standardrate derzeit mit 373 Euro an, die damit so niedrig ist wie nie zuvor. Sie spiegelt die Zinskonditionen wider: Der Finanzierungsdienstleister berechnet sie für eine typische Finanzierung von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihungsauslauf und zehn Jahren Zinsbindung. Ende des Jahres 2018 lag die Standardrate noch bei 456 Euro.

Kreditnehmer tilgen mit Köpfchen
Je niedriger die Bauzinsen sinken, desto eher sollten Darlehensnehmer über eine hohe Tilgungsrate nachdenken, rät Neumann. Damit lässt sich das Darlehen rascher zurückzahlen. "Außerdem reduzieren Kreditnehmer so die anfänglich hohe Summe und verringern die Gesamtkosten der Finanzierung", sagt der Dr.-Klein-Experte. Wer jetzt eine Baufinanzierung abschließt, entscheidet sich im Schnitt für eine Tilgung von 2,77 Prozent. "Das ist etwas weniger als das Jahresmittel von 2020 von 2,83 Prozent, entspricht aber der Empfehlung, zu Beginn mit mindestens zwei und möglichst drei Prozent zu tilgen", urteilt Neumann.

Baufinanzierungskunden rechnen offenbar nicht damit, dass die Zinsen bald wieder steigen. Forward-Darlehen, mit denen sich die aktuellen Zinssätze für die Zukunft festschreiben lassen, sind jedenfalls weiterhin kaum gefragt. Staatlich geförderte KfW-Kredite zur Baufinanzierung und Immobiliensanierung gewinnen dagegen weiter an Attraktivität: Ihr Anteil an allen Baukrediten stieg zuletzt auf 8,22 Prozent – der höchste Wert seit Ende 2016. (fp)