Die Grenzwerte für die Sozialversicherung 2019 sind auf breiter Front gestiegen. Details liefert die Verordnung über die Sozialversicherungs-Rechengrößen 2019. In der gesetzlichen Rentenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) für Besserverdiener um 200 Euro auf 6.700 Euro Monats-Bruttoeinkommen im Westen sowie um 350 Euro auf 6.150 Euro im Osten (einschließlich Berlin).

Die West-Grenze (6.700 Euro) ist bundesweit auch die Höchstgrenze für die staatliche Förderung von Arbeitnehmern bei der Umwandlung von Entgelt in Betriebsrente. Die Förderung betrifft Einsparungen bei Einkommensteuer und Beiträgen zur Sozialversicherung (SV).

Mehr steuerliche als Sozialbeitragsentlastung
Seit 2018 ist die Höhe bei SV- und Steuerfreiheit aber nicht mehr einheitlich:

  • SV-Beitrag: Maximal sind Einzahlungen in Höhe von vier Prozent der BBG von SV-Beiträgen befreit (6.700 x 4%). Das entspricht 2019 nun 268 Euro pro Monat (2018: 260 Euro). Die Entgeltumwandlung kann damit dynamisiert werden – im Gegensatz zur Riester-Rente.
  • Lohnsteuer: Hier ist das Doppelte der Einzahlungen in eine Entgeltumwandlung steuerfrei (6.700 x 8%). Das entspricht 2019 nun 536 Euro pro Monat (2018: 520 Euro).

Tückische Freigrenze für kleine Betriebsrenten
Das vorläufige Durchschnittsentgelt 2019 (Bezugsgröße) stieg im Westen brutto auf 3.115 Euro pro Monat; im Osten der Republik auf 2.870 Euro. Die Bezugsgröße ist auch für Empfänger kleiner Betriebsrenten wichtig: Bundeseinheitlich sind Betriebsrenten bis maximal ein Zwanzigstel der Bezugsgröße West frei von SV-Abgaben. 2019 muss man also auf Betriebsrente von bis zu 155,75 Euro pro Monat keinen SV-Beitrag zahlen.

Ist die bAV-Rente nur einen Cent höher, muss auf die gesamte Betriebsrente SV-Beitrag gezahlt werden. Daher wird in der Politik diskutiert, die Freigrenze in einen Freibetrag umzuwandeln. Dann wäre die Betriebsrente 2019 erst oberhalb von 155,75 Euro pro Monat SV-pflichtig.

Was es mit dem Arbeitgeberzuschuss auf sich hat
Durch das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz (BRSG) sind die Chancen für Makler besonders in der "alten" bAV gestiegen, da die neue bAV (Sozialpartnermodell) bisher noch nicht in der Praxis funktioniert. Idealer Beratungsanlass ist der ab 1. Januar 2019 geltende verpflichtende Arbeitgeberzuschuss (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Konkret: Der Chef ist verpflichtet, bei einer 2019 neu eingerichteten Entgeltumwandlung mindestens 15 Prozent des Umwandlungsbetrages als Zuschuss an die Versorgungseinrichtung (Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds) weiterzuleiten, soweit er selbst durch die Entgeltumwandlung SV-Beitrag spart. Für Entgeltumwandlungen im Bestand gilt diese Regelung erst ab 2022.

Praktische Abrechnung viel komplizierter als gewollt
Allerdings ist der Zuschuss im Detail alles andere als einfach. "Der Arbeitgeberzuschuss ist nicht Bestandteil der Entgeltumwandlung, sondern eine Arbeitgeberleistung, für die – wie für die Entgeltumwandlung auch – die sofortige gesetzliche Unverfallbarkeit gilt", sagte Andre Cera, Bereichsleiter Altersversorgung der Otto-Group, dem Onlineportal LEITERbAV.de.

Und es wird noch komplizierter: "Die sofortige Unverfallbarkeit gilt nur für den Teil des Zuschusses, der aufgrund der Ersparnis von SV-Beiträgen gezahlt wird", so Cera weiter. Der Arbeitgeber müsse den Zuschuss also in zwei Bestandteile aufteilen. Ein anderes Problem: Es kann jetzt zu Fehlzuschüssen kommen, da die Ersparnis aus den SV-Beiträgen erst zum Jahresende wirklich feststeht.

Tarifverträge können von der gesetzlichen Zuschussregelung abweichen – auch zuungunsten des Arbeitnehmers. Verträge nach Paragraf 40b EStG (alte Fassung) sind ebenfalls von der Zuschusspflicht ab 2022 betroffen, allerdings nur bei Umwandlung von Sonderzahlungen. Werden jetzt neue Arbeitnehmer eingestellt, die eine bAV mitbringen, so fließt der Zuschuss ebenfalls erst ab 2022 – es sei denn, die alte Firma existiert nicht mehr und der neue Chef übernimmt die alte Zusage. (dpo)