Vor Beginn des zweiten Lockdowns im November schien sich die deutsche Wirtschaft zu erholen. Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnete ein Plus von 8,2 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal, die Exporte legten im September um 2,3 Prozent zu. Bei den Zinsen verspüren Bankkunden dennoch keine Erleichterung. Eine Untersuchung von "Weltsparen", einer Marke des Tages- und Festgeldvermittlers Raisin, zeigt: Im Vergleich zum Vormonat herrscht nahezu Stillstand.

Für deutsche Sparer bedeutet das eine durchschnittliche Verzinsung von 0,7 Prozent für einjähriges und wenig üppigeren 0,867 Prozent für dreijähriges Festgeld - aber nur, wenn man die drei besten Angeboten hierzulande berücksichtigt. Der deutsche Otto Normal-Bankkunde dürfte für einjährige Einlagen eher im mikroskopischen Bereich von 0,007 Prozent landen. Die Festgeldzinsen klaffen je nach Angebot meilenweit auseinander: Generell sollten sich Sparer, egal in welchem Land, von Großbanken eher fernhalten, stellen die Experten von Weltsparen fest. 

Banken unter Druck
Dessen ungeachtet fluten durch Corona verängstigte Verbraucher Banken weiterhin mit wenig erwünschter Liquidität. Oft können Banken die Geldschwemme nicht mehr vollständig in Kredite umlegen, und die überschüssige Liquidität bleibt in ihren Büchern.  Dadurch entstehen signifikante Kosten, nicht zuletzt durch das "Verwahrentgelt" von minus 0,5 Prozent, das Banken für die Lagerung überschüssiger Liquidität bei der EZB zahlen müssen. Die Banken senken deshalb die Zinssätze für die Kunden immer öfter auch unter Null. "Die aktuelle Liquiditätssituation setzt die Banken unter Druck, innovative Lösungen für die aktuelle Zinskrise zu finden", sagt Benedikt Voller, Vize-Präsident bei Raisin. (fp)