Gute Nachrichten für Finanzberater: Die Mehrheit der Investoren in Deutschland ist davon überzeugt, ihre Anlageziele nicht länger in Eigenregie, sondern nur mit Hilfe eines professionellen Sparringpartners erreichen zu können. Das zeigt eine Studie des Fondsanbieters Natixis, für die im Februar 2016 insgesamt 400 Privatanleger mit einem Anlagevolumen von mindestens 200.000 US-Dollar befragt wurden.

Demnach wünschen sich 59 Prozent der für die Studie befragten Investoren externe Unterstützung in Sachen Geldanlage und Zukunftsvorsorge. Zudem wird die persönliche Beratung für Anleger immer wichtiger: 42 Prozent der Befragten wünschen sich regelmäßge persönliche Treffen und einen fundierten Austausch mit ihren Beratern, um ihre eigene Finanzexpertise dadurch noch auszubauen und Produktangebote zu erhalten, die auch zu ihren persönlichen Auffassungen passen. 

So würden viele Investoren von ihren Finanzberatern zum Beispiel gerne mehr Informationen zu sozial verantwortungsbewussten Investments erhalten. Lediglich 42 Prozent der deutschen Anleger geben an, mit ihren Beratern bereits über nachhaltige Investments gesprochen zu haben. Weltweit sind es 51 Prozent. "Mehr denn je scheint die Rolle des Finanzberaters von entscheidender Bedeutung zu sein, damit Anleger wirklich fundierte Anlageentscheidungen treffen können", heißt es dazu von Natixis.

Deutsche Privatanleger sind risikoscheu...
Darüber hinaus geht aus der Studie hervor, dass deutsche Privatanleger keine höheren Risiken eingehen möchten. Die meisten Befragten (75 Prozent) geben der Sicherheit und dem Werterhalt ihres Kapitals absoluten Vorrang vor den Investmenterträgen. 74 Prozent bezeichnen ihr Anlageverhalten als defensiv. Als aggressiv schätzen sich lediglich 26 Prozent ein.

In krassem Widerspruch dazu stehen die Ertragserwartungen. So hält mit 66 Prozent die Mehrheit der deutschen Privatanleger einen durchschnittlichen Jahresertrag von zehn Prozent für langfristig realistisch. Im Gegensatz dazu findet es jedoch mehr als die Hälfte der deutschen Investoren (55 Prozent) schwierig, bei Marktschwankungen nicht emotional zu reagieren. Gleichzeitig fühlen sich 67 Prozent machtlos, wenn es um den Schutz ihrer Portfolios gegen Marktschocks geht.

...und experimentierfreudig zugleich
Angesichts komplexer und immer heftiger schwankender Märkte halten die meisten deutschen Investoren (68%) eine traditionelle Asset Allokation von 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen mittlerweile für überholt. Die Mehrheit der Befragten (72%) hält deshalb nach neuen Anlagestrategien Ausschau, die eine geringere Korrelation zum breiten Markt aufweisen und gleichzeitig bessere risikobereinigte Anlagechancen bieten. (fp/ps)