Der Versicherungsombudsmann hat nun seinen endgültigen Jahresbericht für 2017 vorgestellt. Die Zahlen sind kein Ruhmesblatt für die Versicherer, denn die zulässigen Beschwerden stiegen auf einen neuen Rekordwert. Ombudsmann Günter Hirsch und sein Team erklären den Anstieg aber damit, dass die Versicherungsnehmer das Angebot der Schlichtungsstelle verstärkt in Anspruch nähmen. Dagegen sind die Beschwerden über Vermittler rückläufig gewesen.

Der außergerichtlichen Beilegungsstelle wurden demnach 297 Beschwerden über Vermittler gemeldet, nach 344 im Jahr 2016. Das entspricht einem Rückgang um 13,7 Prozent. Insgesamt ist der Trend bei Klagen über die Berater rückläufig: 2013 waren es noch 363 gewesen, 2014 dann 354. Im Jahr 2015 beschwerten sich 336 Verbraucher. 

Klagen über Assekuranz auf Rekordniveau
Weiter sind beim Ombudsmann im Berichtsjahr 14.910 zulässige Beschwerden über die Gesellschaften eingegangen – zählt man die Eingaben dazu, die unberechtigt sind, dann steht hier ebenfalls eine neue Rekordzahl von 19.105. Gegenüber 2016 bedeuten die 14.910 Klagen eine Steigerung um 1,7 Prozent auf die bisher höchste Zahl seit Aufnahme der Schlichtungstätigkeit im Jahr 2001. 

Bei Rechtsschutzversicherungen gab es erneut einen Zuwachs von 5,5 Prozent auf 4.105 zulässige Klagen, nachdem es in den Vorjahren bereits Steigerungen von 36,4 und 32,3 Prozent gegeben hatte. Damit überstiegen diese Beschwerden zum zweiten Mal die Eingänge in der Lebensversicherung: Hier gab es 3.877 zulässige Eingaben, nach 3.707 im Jahr 2016. In einigen Sparten sei der Beschwerdeeingang aber auch rückläufig gewesen. In der Gebäudeversicherung wurden 5,7 und in der Unfallversicherung sogar 13,8 Prozent weniger Eingaben verzeichnet. (jb)