Es kommt Bewegung in den Markt für Produkte zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die auf dem seit Jahresbeginn geltenden Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) mit dem neuen Sozialpartnermodell basieren. Die bereits 2017 angekündigte Lösung des "Rentenwerk"-Konsortiums aus Barmenia, Debeka, Gothaer, HUK-Coburg und Stuttgarter für die auch Nahles-Rente genannte Vartiante der bAV ist startklar. Gleichzeitig haben der Versicherer R+V und der Asset Manager Union Investment ein Zielrenten-Produkt vorgestellt, das ab sofort verfügbar ist. Und vor rund zwei Wochen gaben die beiden Versicherer Zurich und Talanx bekannt, für eine entsprechende bAV-Lösung zu kooperieren.

Das Rentenwerk bietet Sozialpartnern nach eigenen Angaben ab sofort eine fondsgebundene Direktversicherung an, die sich digital verwalten und flexibel anpassen lässt. Die beiden Gesellschaften aus dem Genossenschaftslager möchten potenzielle Kunden mit einem Zielrentenprodukt auf Basis von Spezialfonds anlocken. Dieser wird von der gemeinsamen Tochter R+V Pensionsfonds angeboten. Union Investment managt die Fonds, die R+V Versicherung übernimmt die Beratung und die Kundenbetreuung. 

Das BRSG erlaubt es Sozialpartner – Arbeitgeber und Gewerkschaften –, sich im Rahmen von Tarifverträgen auf eine reine Beitragszusage bei einer bAV zu einigen. Die Arbeitgeber haften bei diesen Zielrenten damit weder für eine bestimmte Rendite noch für den Erhalt der Beträge. Den Versorgungsträgern, Pensionskassen oder Versicherungsgesellschaften ist es in diesem Fall sogar explizit verboten, Garantien zu geben. Ziel dieser gesetzlichen Regelung ist es, die bAV für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver zu machen. (jb)