Blackrock hat ehrgeizige Wachstumsziele für den deutschen Markt. "In den nächsten Jahren wollen wir in Deutschland über alle Bereiche hinweg ein organisches Wachstum von rund zehn Prozent erreichen, das sich am Nettoneugeld bemisst. Das ist eine runde Zielgröße, die wir uns vorgenommen haben. Und wir sind auch gut unterwegs", sagte Christian Staub, der das Geschäft des US-Vermögensverwalters in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Osteuropa verantwortet, im Interview mit FONDS professionell. Das Gespräch erscheint in voller Länge in der aktuellen Heftausgabe 2/2016, die den Abonnenten in diesen Tagen zugestellt wird.

Das angestrebte Wachstum ist beachtlich, da Blackrock-Vorstandschef Larry Fink global für Blackrock nur ein Wachstumsziel von fünf Prozent ausgewiesen hat. "Im Vergleich zum globalen Ziel muss unsere Vorgabe aber auch möglich sein, da wir in einem ausgewiesenen Wachstumsmarkt agieren", so Staub. Blackrock hatte vor gut zwei Jahren Deutschland, die Schweiz und Italien als Kernwachstumsmärkte definiert.

"Als strategischer Partner bereitstehen"
Um dieses Ziel zu erreichen, baut Staub unter anderem auf börsengehandelte Indexfonds: "Der ETF-Markt wächst praktisch von allein. In den vergangenen Jahren waren es mehr als 15 Prozent. In den kommenden Jahren wird er in ähnlichen Dimensionen weiter wachsen. Insofern geht es darum, entsprechend präsent zu sein und mit innovativen Produkten den Markt mitzugestalten."

In anderen Segmenten sei das Ziel allerdings kein Selbstläufer. "Im Retailbereich behalten viele Vertriebsorganisationen das Geschäft strikt in der eigenen Hand", betont Staub. Dort gelte es, sich mit entsprechenden Leistungen einen Ruf zu erarbeiten. "Das heißt, unsere Produkte müssen eine gute Wertentwicklung abliefern, und wir müssen kostengünstige Bausteine anbieten, damit wir in die Auswahl gelangen. Außerdem gilt es, als strategischer Partner bereitzustehen."

"Schlagkräftige Truppe aufgestellt"
Auf die Frage, ob Blackrock als Branchenprimus an Grenzen des Wachstums stoße, sagte Staub: "Eine Grenze erscheint mir in nächster Zeit nicht sichtbar. Wir haben jetzt eine schlagkräftige Truppe aufgestellt, und unsere Ausbaustufe hat eine kritische Größe erreicht."

Es gehe darum, im Finanzzentrum präsent zu sein und die Zugänge zu den hier ansässigen Vertriebskanälen auszubauen. "Dafür benötigen wir Produkt-Knowhow. Das geht über den Einzelfondsverkauf hinaus hin zur Beratung der Vertriebsnetze: Welches Produkt ergibt in dem jeweiligen Kanal und Umfeld einen Sinn, welches vielleicht nicht und welches sollte man austauschen?" Um ein glaubwürdiger Partner für die großen Vertriebskanäle zu sein, sei eine Vertriebsmannschaft in der Fläche nötig. "Da haben wir für ETFs und Fonds eine Größe erreicht, die es uns erlaubt, diesen komplexen, sehr heterogenen und durchaus auch kleinteiligen Markt in der Breite zu bedienen." (ert/bm)


Im ausführlichen Interview mit FONDS professionell äußert sich Blackrock-Regionenchef Christian Staub auch zum Boom der ETFs im Retail-Banking, zu den Herausforderungen für unabhängige Berater und den Plänen im institutionellen Geschäft. Die Heftausgabe 2/2016 von FONDS professionell wird den Abonnenten in diesen Tagen zugestellt.