Zu lasche Vorschriften, kein einheitliches Verständnis von ESG-Kriterien: So lautet das bedrückende Ergebnis einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie des US-Vermögensverwalters Blackrock zum Thema "Nachhaltigkeit im Bankengeschäft". Demnach sei das Wichtigste, dass sich Behörden und Geldhäuser rasch auf eine gemeinsame und verbindliche Definition zu Standards für Umweltaspekte, Soziales und Unternehmensführung (ESG) einigen, berichtet das "Handelsblatt" über die Studie. Und: Nachhaltigkeitsmaßstäbe müssten schneller in Unternehmens- wie auch Aufsichtsvorschriften aufgenommen werden.

Ein unglückliches Timing bei der Publikation der Studie kann man den Autoren respektive den Öffentlichkeitsarbeitern von Blackrock wohl kaum vorwerfen, im Gegenteil: Die Debatte nimmt europaweit just Fahrt auf. Für Aufsehen sorgte beispielsweise vergangene Woche die Deutsche-Bank-Tochter DWS, die übereinstimmenden Berichten zufolge im Verdacht steht, sogenanntes Greenwashing betrieben zu haben, also die in ihrer Verantwortung stehenden Kundenvermögen vielleicht künstlich zu "begrünen".

Die EU-Kommission jedenfalls will die Erkenntnisse des 270-seitigen Berichts für nachhaltigere Bankenregularien nutzen, so die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung. Kritik hagelte es indes an der Auftragsvergabe der Kommission an die Blackrock-Abteilung Financial Markets Advisory (FMA). Schließlich ist der US-Gigant selbst ein einflussreicher Fondsanbieter und Stakeholder und sei daher nicht vor Interessenskonflikten gefeit. (fp/ps)