Dachfonds schneiden nicht schlechter ab als ihre direkt anlegenden Pendants. Zu diesem Schluss kommt Michael Klimek, Gründer und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Klimek Advisors. "Die Generalkritik am Dachfonds, dieser sei zu teuer und könne deshalb per se nur schlechter als direkt anlegende Fonds performen, beherrscht seit langem die öffentliche Meinung", schreibt Klimek in einer Analyse.

Daher sei er der Frage nachgegangen, ob vermögensverwaltende Dachfonds gegenüber entsprechenden Nicht-Dachfonds tatsächlich oder nur mutmaßlich Performancenachteile für den Anleger mit sich bringen. Dafür untersuchten Klimek und sein Team für die in Deutschland vertriebenen Portfolios hauptsächlich das Verhältnis aus Risiko und Rendite (Sharpe-Ratio) sowie die Höhe der maximalen Verluste und die Dauer der Verlustphasen seit 2006 in quartalsweise rollierenden Dreijahreszeiträumen.

Steuer-Anreiz verpuffte im Crash
"Das Ergebnis unserer Analyse lässt sich in zwei Phasen einteilen", erläutert Klimek. Bis 2011 hinken Dachfonds tatsächlich ihren direkt anlegenden Pendants hinterher. "Seit Ende 2011 gibt es keine signifikanten Performance-Unterschiede mehr zwischen vermögensverwaltenden Dachfonds und Nicht-Dachfonds", hält Klimek fest, der auch Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Euroswitch ist, die selbst Dachfonds auflegt.

Das schwache Abschneiden in den Jahren 2006 bis 2011 erklärt der ehemalige Invesco-Deutschland-Geschäftsführer damit, dass diese Gattung erst seit 1998 zugelassen und das Sortiment zu Beginn entsprechend klein gewesen sei. Von 2001 bis 2011 habe sich die Zahl der Dachfonds dann aber auf mehr als 600 verdreifacht.

Außerdem hätte die Einführung der Abgeltungsteuer 2009 den Dachfonds-Absatz beflügeln können, wäre diese Phase nicht in die Zeit der Finanzkrise gefallen. Daher griffen längst nicht so viele Sparer zu diesen Produkten, obwohl deren größter Vorteil darin besteht, dass bei Umschichtungen innerhalb des Dachportfolios keine Abgaben anfallen.

Legitime Dienstleistung
Vor diesem Hintergrund hält Klimek den ausschließlichen Fokus auf die Gesamtkostengröße für die Beurteilung von Dachfonds für ungeeignet. "In der Nachkostenbetrachtung präsentieren sich Dachfonds als legitime und im Schnitt nicht minder erfolgreiche Ausprägung einer vermögensverwalterischen Dienstleistung", so der Branchenkenner. (ert)