Bundesbank stellt klar: Deutsches Gold bleibt in New York
Trotz geopolitischer Spannungen sieht die Bundesbank derzeit keinen Anlass, Goldreserven aus den USA nach Deutschland zurückzuholen. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel betont das Vertrauen in die Sicherheit der Bestände bei der Federal Reserve in New York.
Die Bundesbank sieht derzeit keinen Anlass, deutsche Goldreserven aus den USA nach Deutschland zurückzuführen. Die dort gelagerten Bestände seien trotz politischer Unsicherheiten sicher, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Donnerstag (5.3.).
Nagel erklärte im Gespräch mit "Bloomberg TV", er habe "keine Zweifel", dass die bei der Federal Reserve in New York gelagerten Bestände sicher seien. Alles sei "sehr verlässlich", sagte er und verwies auf jahrzehntelange gute Beziehungen zu den US-Partnerinstitutionen. Daher sehe er "keine Notwendigkeit, Gold aus den USA nach Deutschland zurückzuführen", so Nagel.

Forderungen nach Rückholung
Zuletzt waren erneut Forderungen laut geworden, die in den USA gelagerten Bestände nach Deutschland zu überführen. Hintergrund sind geopolitische Spannungen sowie die wirtschaftspolitische Agenda von US-Präsident Donald Trump, insbesondere seine aggressive Haltung im Streit um Grönland.
Seine Instrumentalisierung der Handelspolitik sowie seine Angriffe auf die Fed haben Befürchtungen geweckt, Washington könnte finanzielle Vermögenswerte – einschließlich Gold – zur politischen Einflussnahme nutzen.
Historische Gründe für Lagerung in New York
Rund ein Drittel der deutschen Goldreserven von etwa 3.300 Tonnen – dem weltweit zweitgrößten Bestand nach den USA – lagert bei der New Yorker Fed. Dies geht auf den Kalten Krieg und das Bretton-Woods-System zurück.
Zwischen 2013 und 2017 holte die Bundesbank nach innenpolitischem Druck 300 Tonnen Gold aus New York nach Deutschland zurück, um eine stärkere Kontrolle über die Reserven zu gewährleisten. Eine vollständige Rückführung der Bestände könnte jedoch die transatlantischen Beziehungen weiter belasten und die Zusammenarbeit zwischen der Bundesbank und der Fed erschweren.
Bundesbank erwägt keinen Goldverkauf
Zugleich deutete Nagel an, dass die Bundesbank trotz der jüngsten Preisrally bei Gold keinen Verkauf von Reserven in Betracht zieht – auch wenn es Forderungen gibt, Erlöse zur Finanzierung höherer Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen zu nutzen. Auf diese Option angesprochen sagte Nagel, die Debatte sei nicht neu. Goldreserven seien "eine Frage des Vertrauens – und Vertrauen ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig".
Aufgrund von Bewertungseffekten stieg der Wert der Goldposition in der Bilanz der Bundesbank im Jahr 2025 um 125 Milliarden Euro auf ein neues Rekordniveau von 395 Milliarden Euro. (mb/Bloomberg)















