Die Deutsche Bundesbank will künftig darauf hören, wie private Haushalte ihre wirtschaftliche Lage einschätzen. Dies kündigte die Zentralbank in ihrem jüngsten Monatsbericht an, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Demnach wollen die Notenbanker deutsche Haushalte monatlich per Internetumfrage zu ihren Erwartungen über Inflation, Miethöhe sowie Immobilienpreise oder Konsumverhalten befragen.

Die Bundesbanker erhoffen sich davon Erkenntnisse über die allgemeine Preisentwicklung. Die Erwartungen der Haushalte würden sowohl direkt als auch mittelbar über Konsum und Investitionen auf die Teuerung Einfluss nehmen. Weiterhin erhoffen sich die Währungshüter Erkenntnisse über die Entscheidungen der Privathaushalte zu riskanten, kreditfinanzierten Käufen wie jenen von Immobilen. Diese hätten auch Einfluss auf die Finanzstabilität, welche die Bundesbank wahren soll, berichtet die FAZ.

Erfolgreicher Testlauf
Das Institut hatte im Frühjahr bereits eine Pilotstudie gestartet und dabei 4.000 Privatpersonen zu ihren Erwartungen über Teuerungsrate, Zinsen, Konsum sowie Mieten und Immobilienpreisen befragt. Die Ergebnisse dieses Testlaufs erwiesen sich als so stichhaltig, dass die Zentralbanker entschieden, künftig regelmäßig die Haltung der Haushalte abzuklopfen. Damit will die Bundesbank zu einer Verbesserung der Informationslage der wirtschaftlichen Erwartungen in Deutschland beitragen. (ert)