Viele Deutsche haben falsche Vorstellungen davon, wie lange sie ihren Ruhestand genießen können. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unter Arbeitnehmern, die nach jetzigem Stand mit 67 Jahren in Rente gehen. Sie schätzen ihre Lebenserwartung im Schnitt auf 83,4 Jahre – das ergibt eine Rentendauer von 16,4 Jahren. Statistisch gesehen werden künftige Ruheständler aber im Schnitt 87,5 Jahre alt. Damit würden sie gut vier Jahre länger Rente beziehen als gedacht.

Bei den Schätzungen zum Todeszeitpunkt demonstrierten viele Befragte einen beachtlichen Pessimismus. Jeder Fünfte setzte seine Lebenserwartung und damit auch die Rentendauer mehr als zehn Jahre zu niedrig an. Generell sei die Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität bei Frauen größer, meldet der GDV: Frauen unterschätzen ihre Lebenserwartung im Schnitt um 5,8 Jahre. Männer setzen ihre Prognose durchschnittlich 2,8 Jahre zu tief an.

Kurz vor dem Tod in die Privatinsolvenz?
Ein Grund für die Fehleinschätzungen ist, dass sich die Befragten an der Lebensdauer ihrer Eltern und Großeltern orientierten. Weil die durchschnittliche Lebenserwartung steigt, führt diese Herangehensweise zu falschen Schlüssen. "Jede Generation lebt ungefähr fünf Jahre länger als die vorangegangene", erklärt Peter Schwark, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV. Seiner Ansicht nach wäre ein Online-Rentenportal der richtige Ort, um Menschen über ihre statistische Lebenserwartung aufzuklären. "Wer die Rentendauer unterschätzt, sorgt möglicherweise unzureichend vor", warnt er. (fp)