Deutsche Anleger investieren bei Aktien mit börsengehandelten Fonds (ETFs) deutlich internationaler als mit herkömmlichen Publikumsfonds oder Einzeltiteln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Fondsbranchenverbands BVI. Diese stützt sich auf Daten, die der Verband in Zusammenarbeit mit Clearstream erstellt hat. Die Auswertung betrachtet allein in Deutschland abgesetzte ETFs, während andere Studien nur den gesamteuropäischen Markt betrachten.

Der BVI-Studie zufolge betrug der Anteil von US-Unternehmen am ETF-Aktienvermögen zur Jahresmitte 2025 knapp 50 Prozent. Auf Europa sei nur etwa ein Drittel der Anlagen entfallen, auf Deutschland gerade einmal elf Prozent. "Damit unterscheidet sich die geografische Vermögensaufteilung in Aktien-ETFs deutlich von anderen Publikumsfonds", so die Studienautoren.

Indexlogik gibt Gewichtung vor
Über alle in Deutschland aufgelegten Produkte hinweg bezifferte sich der Anteil US-amerikanischer Titel nur auf 39 Prozent, wohingegen europäische Aktien 52 Prozent ausmachten. Mehr als jeder fünfte Euro war in Aktien deutscher Unternehmen angelegt. ETFs seien außerdem das Mittel der Wahl für Investitionen in Industrie- und Schwellenländer in der übrigen Welt, so der BVI.

Die Autoren haben auch eine Erklärung für die Ergebnisse parat. "Diese Vermögensallokation folgt daraus, dass viele ETFs marktkapitalisierungsgewichtete Indizes abbilden", erläutern die Analysten der Branchenlobby. "Entsprechend der Indexlogik fließt ein erheblicher Teil der Anlagen dorthin, wo die wertvollsten börsennotierten Konzerne sitzen – und das sind aktuell überwiegend die USA." Auf der Rentenseite wiederum dominieren mit einem Portfolioanteil von über 60 Prozent Wertpapiere von Emittenten aus der Eurozone. (fp)