Die großen Finanzvertriebe haben die Pandemie bislang gut bewältigt. Egal ob DVAG, OVB oder Swiss Life Select: Der Trend weist nach oben. Plötzlich gelingt es auch wieder, Nachwuchs zu rekrutieren. Da sind zum einen Bankberater, die angesichts der Filialschließungen ihrer Kündigung zuvorkommen und sich als selbstständiger Handelsvertreter einer Vertriebsgesellschaft versuchen, und zum anderen Quereinsteiger, die nach monatelanger Kurzarbeit eine neue Perspektive suchen. Punkten kann die Branche zudem wieder bei Hochschulabsolventen, denen es viel bedeutet, Arbeitsort und -zeit flexibel wählen zu können.

Dieser Trend zeigt sich – zumindest an einigen Stellen – auch in der jährlichen Analyse der deutschen Haftungsdächer, für die FONDS professionell das Bafin-Register der vertraglich gebundenen Vermittler auswertet. So ist die Zahl der MLP-Berater auf Sicht von zwölf Monaten um immerhin gut drei Prozent gestiegen (siehe Grafikstrecke oben). Beim mobilen Vertrieb der Deutschen Bank liegt das Plus sogar fast doppelt so hoch.

Assekuranz mit Problemen
Die Versicherer tun sich dagegen schwer, ihre Ausschließlichkeitsorganisationen auszubauen. Bei vielen schnappt die Demografie-Falle zu: Es gelingt nicht, die in Ruhestand tretenden Vertreter mit Nachwuchskräften zu ersetzen. Auch das findet in der aktuellen Auswertung von FONDS professionell seinen Niederschlag.

Sieben Versicherer haben sich dazu entschieden, ihren Vertretern für das Investmentgeschäft ein Haftungsdach anzubieten, damit sie keine Extra-Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler benötigen: Allianz, Axa, DEVK, Ergo, Gothaer, Signal Iduna und Wüstenrot & Württembergische (W&W). Allein auf Sicht von zwölf Monaten sank die Zahl der Versicherungsvertreter mit Haftungsdachanbindung um 618 auf 14.429, das entspricht einem Minus von 4,1 Prozent. (bm)


Den vollständigen Artikel finden Sie in FONDS professionell 4/2021 ab Seite 292. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.