Das sind Deutschlands größte Haftungsdächer
Welches Haftungsdach hat die meisten vertraglich gebundenen Vermittler? FONDS professionell wertet das entsprechende Bafin-Register seit vielen Jahren regelmäßig aus – und zeigt die wichtigsten Ergebnisse und Trends in Grafiken.
Es ist ein Trend, der in seiner Konstanz einen externen Beobachter schon erstaunen kann: Die Zahl der vertraglich gebundenen Vermittler (vgV) der Wertpapierinstitute in Deutschland sinkt seit Jahren, und das mit einer beharrlich hohen Rate. Anfang November 2025 waren im entsprechenden Register der Finanzaufsicht Bafin 16.517 "Tied Agents" geführt, genau 1.043 weniger als im Vorjahr. Schon 2024 war ein Rückgang in dieser Größenordnung zu verzeichnen gewesen. Seinerzeit hatte das Minus 1.030 betragen. Und im Jahr davor? Waren es 1.040 Vermittler weniger. Sprich: Jahr für Jahr verlassen offensichtlich 1.000 Haftungsdachvermittler den Markt. Hält dieser Trend linear an, müsste sich die Redaktion spätestens für das Jahr 2042 eine neue Auswertung einfallen lassen – es gäbe schlicht keine Vermittler mehr, über die man berichten könnte.
Wahrscheinlicher ist natürlich, dass die Zahl der Tied Agents zwar schon demografiebedingt weiter sinkt, der Trend aber abflacht. Denn gute Gründe, sich für die Anlageberatung oder -vermittlung einem Haftungsdach anzuschließen, wird es auch in Zukunft noch geben – dem Regulierer sei Dank.
Fünf wesentliche Geschäftsmodelle
Die Regulierung ist auch die einzige Gemeinsamkeit der fünf wesentlichen Geschäftsmodelle, die im vgV-Register zu finden sind. Die zahlenmäßig meisten Vermittler sind den großen Ausschließlichkeitsorganisationen der Versicherer zuzuordnen, deren Vertreter ihr Investmentgeschäft unter einem Haftungsdach abwickeln. Ebenfalls stark vertreten sind weitere Finanzvertriebe, die nicht zu einem Versicherungskonzern gehören, allen voran MLP und der mobile Vertrieb der Deutschen Bank.
An dritter Stelle folgen die Haftungsdächer des freien Vertriebs wie NFS Netfonds, BfV Bank für Vermögen oder BN & Partners. Hinzu kommen spezialisierte Dienstleister, die Fintechs und Asset Managern helfen, die Regulierungsanforderungen zu meistern. Und fünftens sind im Bafin-Register zahlreiche Institute zu finden, die nur einen einzigen "Vermittler" angebunden haben – oft handelt es sich dabei um eine Tochtergesellschaft, die die Bafin-Lizenz ihres Mutterkonzerns nutzt.
Wie sich die Zahl der Vermittler bei den 30 größten Haftungsdächern über die vergangenen fünf Jahre entwickelt hat, erfahren Sie in der Bilderstrecke oben – einfach durchklicken! (bm)
Den vollständigen Artikel finden Sie in FONDS professionell 4/2025 ab Seite 280. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.
















