Eigentlich wollte Ebase Anlegern ihre Ex-post-Kostenausweise Anfang April 2019 zukommen lassen. Das hatte die Fondsplattform aus Aschheim bei München im Februar auf Anfrage von FONDS professionell mitgeteilt. Nun wird die Sache verschoben. Aufgrund unvollständiger oder fehlerhaft übermittelter Produktkostendaten für viele Investmentfonds könne derzeit kein korrekter Ex-post-Kostenausweis für 2018 erfolgen, teilt Ebase den Vertriebspartnern in einem Schreiben mit, das der Redaktion vorliegt.

Produktkosten sind ein wesentlicher Bestandteil der Ex-post-Kosteninformation. Diesen Report müssen Banken und Fondsplattformen ihren Kunden zur Verfügung stellen. Dazu sind die Institute seit Inkrafttreten von Mifid II am 3. Januar 2018 verpflichtet. Einmal im Jahr müssen Anleger ein solches Reporting erhalten, 2019 zum ersten Mal.

Beunruhigte Vermittler
Doch was im Sinne höherer Transparenz sinnvoll erscheint, gestaltet sich in der Praxis schwierig. Ein Grund dafür ist, dass Banken zum Teil mit veralteten Daten arbeiten müssen. Welche Kosten in einem Fonds tatsächlich angefallen sind, steht schließlich erst fest, wenn der testierte Jahresbericht vorliegt. Solange das nicht der Fall ist, fließen die Vorjahreszahlen in die Kostenausweise ein. Die verwirrenden Angaben könnten zu Irritationen und Unmut auf Kunden-Seite führen. Eine Befragung von FONDS professionell ONLINE unter knapp 230 Anlageberatern hat zumindest gezeigt, dass knapp zwei Drittel genau das befürchten.

Ebase möchte nicht mit unvollständigen oder falschen Kostenbestandteilen arbeiten. Daher hat sich die Fondsplattform dazu entschlossen, ihren Kunden vorerst keine Ex-post-Kosteninformation zukommen zu lassen. "Es war eine bewusste Entscheidung unseres Hauses, den Versand des Kostenausweises ex-post so lange zurückzustellen, bis wir alle erforderlichen Produktkostendaten in entsprechender Form vorliegen haben", erklärt der Sprecher der Ebase-Geschäftsführung, Rudolf Geyer, auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. 

Überforderte Privatkunden
"Unserer Wahrnehmung nach sind viele Privatkunden mit der neu geschaffenen Transparenz ohnehin etwas überfordert", sagt Geyer. "Wenn unsere Kunden Kosteninformationen bekommen, sollten die Angaben auch wirklich korrekt sein, es sollte keine Änderungsmitteilungen im Nachgang geben", so Geyer. Die Fondsplattform arbeite weiterhin mit Hochdruck daran, die Qualität der übermittelten Daten zu erhöhen, um den Kunden korrekte Produktkosten zur Verfügung stellen zu können. Über den Termin für den Versand des Kosten-Reports werde Ebase die Vertriebspartner rechtzeitig informieren. (am)