Die Dekabank hat in den ersten neun Monaten des Jahres das höchste Neugeschäft im Privatkundenbereich erzielt, seitdem das Institut begonnen hat, entsprechende Zahlen separat auszuweisen. Der zentrale Wertpapierdienstleister der deutschen Sparkassen verkaufte im bisherigen Jahresverlauf 2021 unter dem Strich Fondsanteile und Zertifikate im Wert von 18,1 Milliarden Euro an Sparkassenkunden (siehe Grafik). Das sind 90 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte das Institut mit.

Die Privatkunden kauften vor allem Fonds, und zwar im Volumen von 12,8 Milliarden Euro. Ein Viertel floss in Nachhaltigkeitsfonds. 5,3 Milliarden Euro des Nettoabsatzes entfielen auf Zertifikate. Auch bei den Sparplänen verzeichnete das Institut eine anhaltende Nachfrage. In den ersten drei Quartalen schlossen Sparkassenkunden unter dem Strich rund 830.000 neue Sparpläne ab, 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Gesamtbestand an Sparplänen beziffert das Haus auf mittlerweile 6,6 Millionen Verträge.

Rückgang im Geschäft mit professionellen Investoren
Der Gesamtabsatz belief sich trotz der Rekordzahlen im Privatbereich nur auf 23,4 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 25,9 Milliarden Euro gewesen. Grund hierfür waren deutlich niedrigere Nettomittelzuflüsse im institutionellen Geschäft, was die Deka auf einen Einmaleffekt zurückführt: Bereits im zweiten Quartal war der Mittelabzug durch ein einzelnes, aber milliardenschweres Mandat verbucht worden. Dementsprechend erreichte die Deka bei Profianlegern nur ein Neugeschäft in Höhe von 5,2 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten des Vorjahres waren es noch 16,2 Milliarden Euro gewesen.

Grafik: FONDS professionel; Quelle: Deka-Geschäfts- und Zwischenberichte

Das insgesamt verwaltete Vermögen des zentralen Fondsanbieters des öffentlich-rechtlichen Bankensektors kletterte um 38 Milliarden auf 378 Milliarden Euro. Neben der guten Marktlage und der hohen Vertriebsleistung spielte hier auch der Kauf des österreichischen Asset Managers IQAM Invest hinein, der ein Volumen von sieben Milliarden Euro einbrachte.

Provisionseinnahmen gestiegen
Dank des Mittelaufkommens lag das Provisionsergebnis mit 1,17 Milliarden Euro gut 25 Prozent über dem Vorjahr. Das Zinsergebnis sank hingegen um 13 Prozent auf 114 Millionen Euro. Zudem reduzierte das Haus die Risikovorsorge. Das sogenannte wirtschaftliche Ergebnis beziffert die Bank auf 625 Millionen Euro. Im von der Pandemie geprägten Vorjahr waren es nur 222 Millionen Euro gewesen. Selbst im Vor-Corona-Jahr 2019 erzielte die Deka in den ersten drei Quartalen aber nur ein Ergebnis von 385 Millionen Euro.

"Unser wirtschaftliches Ergebnis ist sehr zufriedenstellend", kommentiert Vorstandschef Georg Stocker die Zahlen. "Die Wachstumsdynamik im Wertpapiergeschäft hält an, und wir haben unsere Risiken im Griff." Damit liefere die Deka ihren Anteilseignern einen konstant positiven Wertbeitrag. "Wir sind in der Lage, aus einer Position der Stärke weiter in die wichtigen Zukunftsthemen wie Digitalisierung zu investieren." (ert)