Fast drei Viertel der Finanzprofis beziehen den demografischen Wandel schon heute in ihre Investitionsentscheidungen ein. Und sein Einfluss wird sich in den kommenden zehn Jahren noch verstärken – davon ist eine überwältigende Mehrheit von 95 Prozent überzeugt. Das hat eine Umfrage von BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) unter 135 institutionellen Investoren, Finanzberatern und Vermittlern in Europa, Asien und den USA ergeben. Demnach sehen 58 Prozent die gesellschaftliche Veränderung als Anlagechance, nur ein Fünftel zeigt sich angesichts des demografischen Wandels besorgt. 

Neue Technologien nennen 95 Prozent der Befragten als Bereich, der die Asset-Allokation am stärksten prägt. Die alternde Bevölkerung veranlasst 91 Prozent, ihre Investments anzupassen, gefolgt von Änderungen im Konsumverhalten (89 Prozent) und Bevölkerungswachstum in Schwellenländern (86 Prozent). Dies spiegelt sich in den Sektoren, die im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel als spannend betrachtet werden: 91 Prozent nennen Gesundheit, 84 Prozent Technologie, zudem gelten Energie, Agrar und Ernährung, Freizeit und Tourismus sowie Immobilien als vielversprechend.

Wandel der Investmentbranche
"Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung demografischen und gesellschaftlichen Wandels und ihre weitreichenden Folgen für die Geldanlage", sagt Hagen Schremmer, Chef von BNP Paribas Asset Management Deutschland. "Sie zeigen zudem, wie sehr demografische Verschiebungen und Überlegungen bei der Asset-Allokation mit der immer schnelleren technologischen Entwicklung und der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit verknüpft sind."

Dies erfordere eine grundsätzliche Umschichtung von Kapital. Die Investmentbranche werde sich grundlegend wandeln müssen. "Nur so können wir Themen wie die Finanzierung der Rentenlücke, den Übergang vom Vermögensaufbau zum Vermögenserhalt unter Berücksichtigung der Risikopräferenzen der Kunden oder eine digitalere Art des Investierens in Angriff nehmen", stellt Schremmer fest. (fp)