Niclas Spahn ist 26 Jahre alt und seit Anfang des Jahres als Kundenberater bei der Frankfurter Volksbank tätig. Im Interview mit FONDS professionell ONLINE erklärt er, was ihm an seinem Beruf besonders gefällt und warum ihn das Thema "Filialsterben" nicht schreckt. 


Herr Spahn, mit 26 Jahren sind Sie Kundenberater bei der Frankfurter Volksbank. Können Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihre Tätigkeit aktuell aussieht?

Niclas Spahn: Seit meiner Ausbildung zum Bankkaufmann, die ich als Jahrgangsbester bei der Industrie- und Handelskammer Offenbach abgeschlossen habe, unterstütze ich seit Ende Januar 2021 das Finanzpunkt-Team in der Frankfurter Volksbank. Gleichzeitig bilde ich mich zum Privatkundenberater weiter und werde auf diesem Gebiet durch interne Seminare fit gemacht.

Wissen Sie noch, wann Sie zum ersten Mal mit dem Thema Geld in Berührung gekommen sind?

Spahn: Das muss wohl am Weltspartag in meiner frühen Kindheit gewesen sein. Ich erinnere mich noch, wie man mit der ganzen Familie mit Spardosen in der Hand zur Bank spazierte, um diese zu leeren und sich das neue Guthaben plus Zinsen ins Sparbuch eintragen zu lassen. Als Kind war das für mich immer ein aufregendes Ereignis, und ich finde es schade, dass dieser Tag durch das aktuelle Zinsumfeld leider seinen Charme verloren hat.

Sie haben sich für die berufliche Zukunft bei einer Bank entschieden, obwohl immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte online erledigen und Filialen zusammengelegt werden. Schreckt sie das "Filialsterben" gar nicht? 

Spahn: Nein, auf keinen Fall. Die Frankfurter Volksbank entwickelt schon seit längerem erfolgreich Konzepte, um dem "Filialsterben" entgegenzutreten. Ich selbst arbeite in den Finanzpunkten, die wir in Kooperation mit der Taunus Sparkasse als Antwort auf das veränderte Kundenverhalten realisiert haben. Online- und Filialgeschäft stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich gegenseitig. Dass Bankgeschäfte online getätigt werden, finde ich persönlich großartig. Weg von Papier und unnötigen Fahrten zur Bank sind wichtige Ansätze des künftigen Arbeitens eines Kreditinstituts. Sie gehören auch zur zukunftsorientierten Philosophie der Frankfurter Volksbank.

Ein anderer kritischer Punkt ist das Image der Banken, das seit der Finanzkrise 2008/2009 stark gelitten hat.

Spahn: Den Imageschaden der Banken durch die Finanzkrise sehe ich kritisch. Beispielsweise hatten sich die Volks- und Raiffeisenbanken aus dem Boom auf den amerikanischen Hypothekenmarkt weitestgehend herausgehalten, wurden jedoch mit den anderen Banken über einen Kamm geschert. Bedauerlicherweise wurde so die sehr wichtige Vertrauensbasis beschädigt. Diese gilt es nun tagtäglich wiederherzustellen. Ich sehe, dass dies funktioniert, denn viele Kundinnen und Kunden betonen, wie wichtig ihnen die persönliche Beratung auch weiterhin ist.

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Spahn: Mir macht der Austausch mit den Kundinnen und Kunden am meisten Spaß. In den Gesprächen lernt man viele Lebenswege kennen. Es ist schön, wenn das Gefühl aufkommt, dass man einen Draht zu einem Kunden oder einer Kundin hat. Schön ist auch die Wertschätzung, die ich erhalte, wenn man jemand von meinen Fähigkeiten überzeugt ist und in unsere Beratungsleistung Vertrauen setzt.

Was macht Ihnen weniger Freude?

Spahn: Es gibt immer wieder Kundinnen und Kunden, die Banken nach der Finanzkrise oder Skandalen wie Wirecard mit einem so vehementen Misstrauen begegnen, dass wir für sie nur noch eine Zweckgemeinschaft für ihren Zahlungsverkehr darstellen. Diese Einstellung bedauere ich sehr, da für diese Menschen oft viele finanzielle Fragen ungeklärt bleiben.

Und zum Schluss: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? 

Spahn: Da ich neben der Tätigkeit in der Bank noch an der Hochschule Mainz in Kooperation mit der Frankfurter Volksbank meinen Bachelor of Science BWL in Teilzeit absolviere, plane ich in fünf Jahren an meinem Masterabschluss zu arbeiten. Parallel hierzu möchte ich meine Fähigkeiten in der Privatkundenberatung weiter ausbauen.

Vielen Dank für das Gespräch. (am)


Einen ausführlichen Bericht darüber, warum sich junge Leute heute für den Bankberuf entscheiden, lesen Sie in der neuen Ausgabe 4/2021 von FONDS professionell, die Ende November erscheint.