Geld zinslos auf dem Sparbuch an Wert verlieren zu lassen, kann sich angesichts der Rentenlücke eigentlich kaum noch jemand leisten. Dass eine Anlage in Aktien derzeit ein geeigneteres Altersvorsorgeprodukt wäre, scheinen viele Deutsche auch zu wissen, zeigt das "Finanzbarometer – Sommer 2021" des Vermögensverwalters J.P. Morgan Asset Management (J.P. Morgan AM). Doch die wenigsten Bundesbürger halten sich daran.

Von den mehr als 2.000 befragten Frauen und Männern im Alter ab 20 Jahren gab ein Drittel an, Aktien seien das am besten geeignete Finanzprodukt für die Altersvorsorge. Es erlaubt, mehrere Antwortmöglichkeiten anzukreuzen. Ebenfalls für besonders geeignet hielten die Befragten Lebens- und Rentenversicherungen (32 Prozent). Darauf folgten das Sparbuch (28 Prozent) sowie Investmentfonds (22 Prozent). 

Nahezu jeder Zweite setzt aufs Sparbuch
Bei der Frage, wie die Teilnehmer ihr Geld tatsächlich anlegen, zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Nahezu die Hälfte der Befragten (45 Prozent) setzt trotz Nullzinsen weiterhin aufs Sparbuch. Nur 24 Prozent der Studien-Teilnehmer besitzen dagegen Aktien. Das ist aus Sicht von Matthias Schulz, Managing Director bei J.P. Morgan AM, gerade beim Anlageziel Altersvorsorge fatal. "Eines der Grundprinzipien der Wertpapieranlage ist, dass bei einem langfristigen Anlagehorizont die gefürchteten Marktschwankungen an Bedeutung verlieren – mit einem breit gestreuten Investment", erklärt der Investmentprofi. Gerade Menschen die langfristig investieren – etwa für den Ruhestand – sollten daher auf die "Wachstums- und Ertragskraft von Wertpapieranlagen setzen". 

Immerhin hat die Pandemie das Thema Geldanlage vielen Deutschen nähergebracht. Auch das zeigt die Umfrage. So gaben 15 Prozent der Befragten an, sich seit der Pandemie mit dem Thema zu beschäftigen und zu investieren. Ein Viertel der Befragten (26 Prozent) hat bislang noch nicht angefangen zu investieren, möchte aber in diesem Jahr damit loslegen. Etwa jeder Fünfte war bereits vor der Pandemie Anleger (21 Prozent) und 39 Prozent der Befragten haben kein Interesse. (fp)