Die Sorge um den Lebensstandard im Alter ist bei den Bundesbürgern nach wie vor groß. Die Bereitschaft, entsprechend vorzusorgen, ist zuletzt aber überraschend zurückgegangen. Dies zeigt der "DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025", für den das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) gemeinsam mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut Insa Consulere im Dezember 1.000 Erwerbsfähige zwischen 18 und 64 Jahren befragt hat.

Der Untersuchung zufolge gehen 67 Prozent der Teilnehmer davon aus, ihren Lebensstandard im Alter im Vergleich zu ihrer aktuellen Situation herunterschrauben zu müssen. 37 Prozent rechnen sogar damit, dass deutliche Abstriche nötig sein werden. Nur ein Drittel erwartet, den eigenen Lebensstandard zumindest beibehalten, wenn nicht gar steigern zu können.

Nicht in der Lage oder nicht bereit
Hinsichtlich der Vorsorgebereitschaft ist die Bevölkerung gespalten: 36 Prozent haben nach eigener Aussage nicht ausreichend vorgesorgt, möchten aber in den nächsten zwölf Monaten mehr tun. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 35 Prozent fühlen sich dagegen nicht in der Lage oder sind nicht bereit, mehr zu tun. In der Vorjahresuntersuchung waren es noch 33 Prozent. Nur 29 Prozent halten ihre Vorsorge für ausreichend.

"Wir sehen in unserer aktuellen Befragung, dass die Lücke zwischen negativer Zukunftserwartung und positivem Vorsorgehandeln größer wird", sagt DIA-Sprecher Peter Schwark. "Politik und Anbieter sind dringend gefordert, neue und zielgerichtete Impulse zu setzen – von der Reform der privaten Altersvorsorge bis zur klaren Kommunikation über die Vorsorgemöglichkeiten und ihre unterschiedlichen Chancen-Risiko-Profile", erklärt er.

Gesetzliche Rente genießt das höchste Vertrauen
Das scheint tatsächlich angebracht zu sein. Denn bislang setzen die Befragten das größte Vertrauen noch immer in die gesetzliche Rente. Auf einer Skala von null (= völlig unsicher) bis 10 (= ganz sicher) hatten die Umfrageteilnehmer die drei Säulen der Altersvorsorge einzustufen. Dabei erhielt die gesetzliche Rente im Durchschnitt die Bewertung 5,6 (2024: 5,1). Mit einem Schnitt von je 4,8 folgen die private und die betriebliche Vorsorge (2024: jeweils 4,4). (am)