Beide sind groß wie Elefanten. Dennoch unterscheiden sie sich in wesentlichen Wesenszügen. Die Rede ist von den Fondsmärkten USA und Europa. Eine Auswertung von ICI Global, dem weltweit agierenden Ableger des US-Branchenverbands Investment Company Institute (ICI), beleuchtet die aktuellen Entwicklungen in den beiden Märkten sowie rund um den Globus. Die Daten stellte ICI Global FONDS professionell exklusiv zur Verfügung – siehe die Grafiken in der Bilderstrecke oben!

Schon ein erster Blick auf die Zahlen zeigt die Bedeutung der beiden Fondsmärkte. Von dem weltweit per Ende 2020 von regulierten Publikumsfonds verwalteten Vermögen von 63,1 Billionen US-Dollar entfallen 35 Prozent auf den europäischen Rechtsrahmen UCITS und 47 Prozent auf US-Publikumsfonds. Zudem zeigt sich ein beeindruckendes Wachstum: Fünf Jahre zuvor bezifferte sich das weltweite Fondsvolumen lediglich auf 38,3 Billionen Dollar – das entspricht einem Zuwachs von gut 65 Prozent.

Keine Schattenbanken
Das hohe Wachstum heißt aber nicht zwingend, dass Investmentfonds einen höheren Anteil an den Kapitalmärkten einnehmen und somit zu einer Art "Schattenbank" heranwachsen könnten, wie es manche Beobachter befürchten. "Die Asset-Management-Industrie wächst, weil weltweit der Wohlstand zunimmt – abgesehen natürlich vom Jahr 2020", sagt Shelly Antoniewicz, leitende Analystin des Investment Company Institute. "Wenn die Wirtschaft an Schwung gewinnt, dann steigen die Aktienkurse, und auch die Anleihenmärkte legen zu."


Weitere Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Fondsriesen finden Sie in FONDS professionell 2/2021 ab Seite 368 oder hier im E-Magazin (Anmeldung erforderlich).


Einen starken Einbruch erlebte die Fondsbranche im Zuge der Corona-Pandemie. Aus aktiven UCITS-Aktienfonds beispielsweise flossen allein im März 2020 unterm Strich 45 Milliarden Euro an Mitteln ab. Die absoluten Zahlen wirken dramatisch. "Aus der relativen Perspektive betrachtet waren es lediglich 1,9 Prozent des zum Ende des Vormonats verwalteten Vermögens, die Anleger unterm Strich abzogen", wendet die ICI-Analystin ein und ergänzt: "Im Lauf des Jahres 2020 hat sich der Markt deutlich erholt." Bei aktiven Fonds und ETFs auf Anleihen fielen die Abzüge mit jeweils mehr als fünf Prozent des Volumens zum Vormonatsende allerdings etwas höher aus.

Massive Umschichtung
Während sich diese Entwicklungen dies- wie jenseits des Atlantiks in ähnlicher Form ablesen lassen, finden sich aber auch Unterschiede. Denn während in beiden Märkten ETFs deutlichen Zulauf erfahren, hat in den USA der Trend zu passiven Investments massive Folgen für aktive Fonds. Dort fließt seit Jahren kontinuierlich Geld von aktiven Managern ab. Die Kollegen in Europa hingegen sammeln ungeachtet der wachsenden Konkurrenz durch ETFs frisches Geld ein. (ert)