Die Zahl der Fondssparpläne, die Deka und Union Investment für die Kunden der Sparkassen respektive der Volks- und Raiffeisenbanken betreuen, hat sich auf Sicht von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Das geht aus Daten der beiden Wertpapierdienstleister hervor, die FONDS professionell ONLINE ausgewertet hat.

Demnach verwaltete die Deka Mitte dieses Jahres 4,9 Millionen Sparpläne für Kunden der Sparkassen – ohne Verträge für Riesterpolicen oder Vermögenswirksame Leistungen. Das entspricht einer Steigerung um 113 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2016 (siehe Grafik). Bei Union Investment liegt das Plus in diesem Zeitraum sogar bei 133 Prozent: Ende Dezember 2016 betreute der genossenschaftliche Asset Manager noch 1,5 Millionen Fondssparpläne von Privatkunden, mittlerweile sind es 3,5 Millionen.

* Privatkundengeschäft ohne VL- und Riesterverträge; Quelle: Unternehmen; Grafik: FONDS professionell

"Das Wertpapiersparen hat das klassische Sparen abgelöst"
Die Zahl von insgesamt rund 8,4 Millionen Sparplänen bei den beiden zentralen Dienstleistern der größten deutschen Finanzgruppen zeigt, dass der Trend zum ratierlichen Fondssparen tatsächlich in der Breite angekommen ist – und nicht auf ein internetaffines, junges Publikum beschränkt bleibt, das immer häufiger via Online-Broker auf ETF-Sparpläne setzt. "Das Wertpapiersparen hat das klassische Sparen abgelöst", hatte es Deka-Vertriebsvorstand Torsten Knapmeyer jüngst im Interview mit FONDS professionell formuliert.

Der Markt für ETF-Sparpläne ist trotz des Booms der vergangenen Jahre noch deutlich kleiner als das, was alleine Deka und Union Investment vorrangig im Filialgeschäft abwickeln: Der Branchendienst "Extra ETF" zählte Ende Juli bei 15 Banken und Online-Brokern knapp drei Millionen ETF-Sparpläne. Das Wachstum dieses Geschäft fällt aber deutlich größer aus als das im herkömmlichen Geschäft: Ende 2020 hatte es laut der Markterhebung nur zwei Millionen ETF-Sparpläne gegeben, und ein Jahr zuvor waren es erst 1,3 Millionen gewesen.

Der Boom dürfte anhalten: "Extra ETF" und der Asset Manager Blackrock rechnen in einer gemeinsamen Analyse mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 35 Prozent bis 2025. (bm)