Im Herbst 2023 soll in Deutschland möglich sein, was in anderen europäischen Ländern, etwa in Schweden, schon längst Usus ist: Die Bundesbürger werden dann die Möglichkeit haben, sich auf einem Online-Rentenkonto einen vollständigen Überblick über ihre künftigen Ruhegeldansprüche aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge zu verschaffen. Das Gesetz für eine solche digitale Rentenübersicht hat der Bundestag am Donnerstag (19. November) beschlossen. 

Das neue Portal soll unter dem Dach der Deutschen Rentenversicherung entwickelt und betrieben werden. Dort wird zu diesem Zweck eine "Zentrale Stelle für die Digitale Rentenversicherung" geschaffen. Das Gesetz wird einen Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten, 21 Monate danach soll die digitale Rentenübersicht in eine einjährige Betriebsphase mit ausgewählten Vorsorgeeinrichtungen gehen. 

Anschluss an digitale Rentenübersicht wird zur Pflicht
Die Vorsorgeeinrichtungen, etwa Lebensversicherer, können sich zunächst auf freiwilliger Basis an das Online-Portal anschließen. Nach einer Evaluierung der Testphase soll die digitale Rentenübersicht verpflichtend sein. Dies gilt zumindest für Anbieter, die auch jetzt schon alljährlich eine Übersicht über spätere Rentenansprüche ihrer Kunden verschicken müssen. 

Die digitale Rentenübersicht ist nicht nur für Arbeitnehmer eine praktische Sache, sondern auch für Finanzberater und Versicherungsvermittler. Schließlich können sie sich gemeinsam mit ihren Kunden eine komplette Übersicht über künftige Rentenansprüche verschaffen und bei eventuellen Versorgungslücken entsprechend beraten. (am)