Die Digitale Rentenübersicht soll Bürgern einen gebündelten Überblick über ihre gesetzliche, betriebliche und private Altersversorgung ermöglichen. Doch das Angebot erreicht bislang nur einen kleinen Teil der Bevölkerung. Dies zeigt eine repräsentative Erhebung im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Für den aktuellen "DIA-Deutschland-Trend" hat das Meinungsforschungsinstitut Insa Consulere im Juli 2.006 Teilnehmer im Alter ab 18 Jahren befragt.

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Jeder zweite Befragte (50 %) gibt an, die Digitale Rentenübersicht bisher nicht gekannt zu haben. 28 Prozent kennen das Angebot zwar, nutzen es aber nicht. Nur rund jeder achte Befragte (12 %) erklärt, die Online-Übersicht bereits zu verwenden.

Ein wichtiger Baustein
"Die digitale Rentenübersicht kann ein wichtiger Baustein für mehr Transparenz bei der Altersvorsorge sein", sagt DIA-Sprecher Peter Schwark. Wer frühzeitig seine voraussichtlichen Ansprüche kennt, könne schließlich leichter abschätzen, ob zusätzlicher Vorsorgebedarf besteht. "Die Umfrage macht allerdings deutlich, dass das Angebot noch viel bekannter gemacht werden muss", so Schwark.

Die Befragung liefert zugleich Hinweise darauf, weshalb viele Menschen das Angebot bislang nicht nutzen. Jeder vierte Befragte, der auf die Übersicht nicht zugreift, gibt an, sich damit noch nicht beschäftigt zu haben. Fast ebenso viele sehen für sich derzeit keinen konkreten Zweck. 23 Prozent empfinden den Registrierungs- und Anmeldeprozess als zu aufwendig, 22 Prozent nennen Datenschutz- oder Datensicherheitsbedenken.

Zugangshürden niedrig halten
"Die Politik sollte die Digitale Rentenübersicht stärker in den Mittelpunkt ihrer Informationsarbeit stellen, gerade im Kontext der Umsetzung der Empfehlungen der Rentenkommission", findet Schwark. Gleichzeitig müssten die Zugangshürden so niedrig wie möglich sein. 

"Wenn Menschen den Registrierungs- und Anmeldeprozess mit elektronischem Personalausweis, PIN und Steuernummer als kompliziert empfinden, wird das Angebot sein volles Potenzial nicht entfalten können", so der DIA-Sprecher. Die Übersicht sollte nicht nur sicher, sondern auch alltagstauglich sein. "Hier braucht es einen Befreiungsschlag bei der Nutzerfreundlichkeit, ohne das tatsächlich nötige Mindestniveau an Sicherheit aufzugeben", fordert Schwark. (am)