Die zwischenzeitliche Trendwende beim "Vermittlersterben" ist endgültig gestoppt: Zwischen Herbst 2020 und Sommer vergangenen Jahres war die Zahl der gebundenen Versicherungsvertreter nach jahrelanger Talfahrt überraschend um rund 2.200 gestiegen. Im letzten Quartal 2021 gaben dann knapp 1.900 Ausschließlichkeitsvertreter ihre Erlaubnis auf, nach über 5.000 Rückgaben im Quartal davor, wie die sich der Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zum Vermittlerregister entnehmen lässt. Zuletzt gab es daher nur noch 112.312 gebundene Versicherungsvertreter – so wenige wie nie zuvor.

Dagegen konnten die übrigen Beratergruppen wie die Finanzanlagenvermittler gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO), Honorar-Finanzanlagenberater (34h) oder Immobiliardarlehensvermittler (34i) im vierten Quartal 2021 allesamt Zuwächse verzeichnen. Eine seltene Entwicklung gab es im Lager der Versicherungsmakler: Zuletzt zählte der DIHK genau 46.353 freie Versicherungsvermittler – exakt so viele wie Anfang Oktober 2021.


In der Bildergalerie oben hat FONDS professionell ONLINE die wichtigsten Zahlen zur Entwicklung der 34d-, 34f- und 34i-Vermittler sowie zu den 34h-Beratern aus dem DIHK-Register grafisch aufbereitet – einfach weiterklicken!


Im Detail führte der DIHK zum 1. Januar 2022 genau 192.789 Versicherungsvermittler mit Erlaubnis gemäß Paragraf 34d GewO. Das sind 1.744 weniger als noch im Herbst. Das Lager der gebundenen Vertreter schrumpfte um 1.861 Gewerbetreibende. Dass die Gesamtzahl der gewerblichen Versicherungsvermittler nicht ganz so sehr sank, liegt an kleinen Zuwächsen in anderen Sparten.

Dagegen gab es bei anderen Zulassungen neue Höchststände zu vermelden: Die Zahl der Immobiliardarlehensvermittler erreichte 56.715 und liegt damit so hoch wie nie zuvor. Die Gruppe der Gewerbetreibenden mit 34h-Erlaubnis umfasst mittlerweile 256 Beraterinnen und Berater. Das ist der höchste Stand seit Einführung des neuen Berufsbildes im August 2016. (jb)