Die Zahl der gewerblichen Versicherungsvermittler ist im dritten Quartal stark gesunken. Die Ursache ist ein massiver Rückgang bei der Gruppe der gebundenen Versicherungsvertreter.  Das zeigen die aktuellen Erhebungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zum Vermittlerregister, die FONDS professionell ONLINE ausgewertet hat. Auf Quartalsbasis mussten die Versicherungsvertreter den zweithöchsten Rückgang seit Einführung des Registers hinnehmen. Dagegen konnten alle anderen Gruppen von Beratern leichte Zugänge verzeichnen. 

Damit ist die Trendwende bei den Vertretern nach neun Monaten wieder gestoppt. Im Zeitraum vom vergangenen Herbst bis Sommer des laufenden Jahres war die Zahl der Ausschließlichkeitsvermittler um knapp 2.200 Personen auf zuletzt 119.668 gestiegen. Davor hatte die Zahl lange Zeit nur eine Richtung gekannt: nach unten.


In der Chartgalerie oben hat FONDS professionell ONLINE die wichtigsten Zahlen zur Entwicklung der 34d-, 34f- und 34i-Vermittler sowie zu den 34h-Beratern aus dem DIHK-Register grafisch aufbereitet – einfach weiterklicken!


Das Register des DIHK führte zum 30. September genau 194.533 Versicherungsvermittler mit Erlaubnis gemäß Paragraf 34d Gewerbeordnung (GewO). Das sind 5.112 weniger als noch im Sommer. Alleine das Lager der gebundenen Vertreter schrumpfte um 5.495 Gewerbetreibende.

Das ist, auf alle Versicherungsvermittler bezogen, im Vergleich zum Sommer ein Rückgang von 2,56 Prozent – nur zum Jahresbeginn 2018 gab es mit einem Minus von 4,22 Prozent auf Quartalsbasis einen stärkeren Rückgang. Im Vergleich zum Herbst 2020 fiel das Minus mit 1,13 Prozent weniger gravierend aus. Zudem gab es in der Vergangenheit heftigere Rückgänge auf Zwölfsmonatssicht, etwa zwischen Oktober 2017 und 2018, als das Minus bei mehr als neun Prozent lag.

Corona und Rente
Der DIHK konnte auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE keine Erklärung für diese Entwicklung geben. Man geht aber sicher nicht falsch in der Annahme, dass das hohe Alter vieler Vermittler sowie vor allem auch die wirtschaftliche Lage vieler Vertreter infolge der Corona-Pandemie die wichtigsten Gründe sind. Eine Untersuchung des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute ergab etwa, dass die Pandemie bei rund einem Drittel der Vermittler zu einem Rückgang des Gewinns geführt hatte.

Dagegen gab es bei anderen Beratergruppen Zuwächse: Dazu gehören die freien Versicherungsmakler mit 80 Neuzugängen, von denen sicher einige zuvor gebundene Vertreter waren. Das Lager der 34f-Vermittler wuchs um 206 auf 38.774. Das ist der höchste Stand seit Ende 2014.

Neuer Höchststand bei 34h-Beratern
Ebenfalls überraschend: 245 Personen sind nun als Honorar-Finanzanlagenberater registriert – so viele wie noch nie seit Einführung der 34h-Erlaubnis. Die Zahl der Immobiliardarlehensvermittler (34i) dagegen steigt seit Einführung dieses neuen Berufsbildes 2016 kontinuierlich und erreichte nun mit 56.253 den nächsten Höchststand. (jb/bm)