DIVA-Umfrage: Wer beraten wird, sorgt früher vor und spart besser
Immer wieder wird über die hohen Kosten der Beratung zu Altersvorsorgeprodukten diskutiert – viele Experten monieren, dass diese die Renditen schmälern. Eine Umfrage des DIVA kommt aber zum Schluss, dass Verbraucher infolge einer Beratung früher und mehr zurücklegen.
Persönliche Finanzberatung sorgt dafür, dass Verbraucher früher und regelmäßiger sparen als diejenigen, die keine Beratung erhalten haben. Das ist das wichtigste Ergebnis der Studie "Value of Advice – der Wert der Beratung", für die das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) 2.000 Bürger hat befragen lassen.
Laut DIVA setzen die Ergebnisse der Befragung einen klaren Kontrapunkt zum Prinzip des "Value for Money", bei dem Beratung aus dem Blickwinkel ihrer Kosten, nicht aber ihres Wertes betrachtet wird. Insbesondere die Finanzaufsicht Bafin setzt bei der Analyse von Lebenspolicen auf die Kennziffer "Value for Money".
Mehr Verbraucher mit Beratung schließen Verträge ab
Das DIVA führt in einer Pressemitteilung dazu aus, dass rund 61 Prozent der Befragten, die beraten wurden, mit ihrer privaten Altersvorsorge bereits vor dem 35. Lebensjahr begonnen haben, während es bei denen ohne Beratung nur rund 41 Prozent sind. Und rund 73 Prozent der Beratenen legen monatlich oder mehrmals im Jahr Geld für Altersvorsorge und Vermögensbildung beiseite, bei Befragten ohne Beratung sind es rund 55 Prozent.
"Eindeutiger kann die ökonomische Werthaltigkeit der Finanzberatung nicht zum Ausdruck kommen. Vereinfacht gesagt: Wer nicht beraten wird, handelt häufig gar nicht. Und das ist wohl das schlechteste aller Szenarien", kommentiert Professor Oliver Schellenberger, wissenschaftlicher Direktor des DIVA, das Ergebnis. Die Ursachen dafür seien: 48,8 Prozent gaben an, dass ihnen durch die Beratung Ängste und Unsicherheit genommen wurden, und 47,1 Prozent, dass sie ohne Beratung mit den Fragen und Formularen beim Vertragsabschluss überfordert gewesen wären.
Altersvorsorgereformgesetz geht an breiten Bevölkerungsschichten vorbei
Das sei gerade bei dem zum 1. Januar 2027 in Kraft tretenden Altersvorsorgereformgesetz ein Problem. "Das Gesetz ist klar beratungsunfreundlich. Mit dem Zillmerverbot für die Lebensversicherung sind die bisherigen Vergütungen für Beratung in gleicher Höhe kaum noch darstellbar, und dies, obwohl der Beratungsaufwand wegen ganz neuer Produktkategorien wie dem Altersvorsorgedepot eher noch steigt", sagt Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW Bundesverbandes Finanzdienstleistung, einem der Trägerverbände des DIVA. (fp)















