Die Fondsgesellschaft Edmond de Rothschild Asset Management hat Deutschland als einen Fokusmarkt für künftiges Wachstum auserkoren. "Auch Österreich sehen wir als wichtigen Markt, wenngleich dieser kleiner ist", sagt Regine Wiedmann, Vertriebsleiterin Deutschland und Österreich, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. In den beiden Ländern verwaltet das Haus bereits einen "mittleren einstelligen Milliardenbetrag", berichtet Wiedmann. Das soll künftig deutlich mehr werden.

"Es finden sich wahre Perlen unter den Produkten", erläutert die Sales-Leiterin. "Bislang hat unser Haus in Deutschland und Österreich seine Fonds fast zu schüchtern vermarktet." Edmond de Rothschild bietet sowohl Strategien im liquiden Bereich wie auch alternative Investments. "Uns zeichnen Satelliten-Strategien wie Nachranganleihen von Banken aus", führt Wiedmann an. "Daneben bieten wir aber auch Fonds, die gut in das Beratungsgeschäft passen, etwa einen Allwetter-Anleihenfonds oder ein nachhaltiges Portfolio zu europäischen Aktien."

"Wunderbarer Türöffner"
"Im liquiden Bereich bieten wir mehr als 40 Strategien", sagt Wiedmann. "Ich bin jedoch der Überzeugung, dass wir uns nur mit vier bis fünf Fonds aktiv im Vertrieb positionieren sollten. Wir konzentrieren uns auf die Top-Strategien." Die anderen biete die Gesellschaft auf Nachfrage natürlich ebenfalls an. Die Asset-Management-Einheit der Genfer Privatbank Edmond de Rothschild verwaltet rund 90 Milliarden Euro, rund 20 Milliarden Euro in Privatmarktanlagen wie Immobilien, Infrastructure Debt und Private Equity.

Das Institut zählt zu dem Kreis der Bankiersdynastie Rothschild. "Der Name ist ein wunderbarer Türöffner", verrät Wiedmann. "Wenngleich ich stets klarstelle, dass Edmond de Rothschild zu dem französischen Teil der Rothschild-Familie zählt." Namensgeber Edmond de Rothschild hatte die Bank 1997 an seinen Sohn Benjamin übergeben. Nach dessen Tod übernahm dessen Witwe Ariane de Rothschild 2021 das Ruder.

An Stellschrauben gedreht
Der Asset-Management-Ableger der Bank richtete zuletzt sein Portfoliomanagement neu aus. "Unsere Strategien zeichnen sich durch eine hohe Konzentration aus", berichtet Wiedmann. "In den vergangenen Jahren drehten wir aber an einigen Stellschrauben und räumten dem Risikomanagement ein größeres Gewicht ein." Die Investmentphilosophie lasse sich folgendermaßen zusammenfassen: "Mutig und aus Überzeugung aktive Entscheidungen treffen", sagt Wiedmann. "Zugleich federt das Risikomanagement Bewegungen nach unten ab."

So habe etwa in dem Schwellenländer-Staatsanleihenfonds des Hauses die Ukraine die größte Position eingenommen. "Dies bauten wir ab – eben mit Blick auf das Risikomanagement", so die Länder-Vertriebsleiterin. Grundsätzlich sehe die Gesellschaft attraktive Schwellenländer eher in Südamerika oder Afrika und weniger in Asien. "Darin unterscheiden wir uns deutlich von anderen." Passive Strategien würden hingegen nicht zur Philosophie des Hauses passen. "Allenfalls physische Goldinvestments wären denkbar, da hier ein Bezug zur Realwirtschaft besteht", sagt Wiedmann.

Mehr als nur Big Data
Um den Vertrieb anzukurbeln, baute Wiedmann das Team aus, insbesondere in der Vertriebsunterstützung. "Damit können sich die Sales-Mitarbeiter auf die Betreuung der Kunden konzentrieren und andere Aufgaben delegieren", erläutert Wiedmann. "Auch die Privatmarkt-Strategien neben Infrastructure Debt wollen wir verstärkt anbieten, etwa unter Vermögensverwaltern und Privatbanken."

Gleichwohl gebe es noch viel zu tun. "Der Big-Data-Fonds etwa investiert nicht nur in Big Data, sondern auch in erneuerbare Energien. Das sollte sich eigentlich im Namen widerspiegeln", so Wiedmann. Die Nachfrage nach dieser Strategie sei jedenfalls groß. "Das Haus hat einen fantastischen Namen, wartet mit guten Strategien und einem exzellenten Know-how auf. Dies werden wir künftig stärker im Markt kommunizieren", kündigt die Vertriebsleiterin an. (ert)