Europas Asset Manager verzeichneten über die vergangenen Jahre ein starkes Wachstum. Das verwaltete Vermögen kletterte im Jahresverlauf von 2021 über die Marke von 30 Billionen Euro. Dies zeigen Daten des europäischen Branchenverbands Efama, der seinen Jahresbericht vorlegte. So lag das in Fonds und Mandaten verwaltete Vermögen zum Ende des dritten Quartals bei 31,3 Billionen Euro. Wichtige Kennzahlen der Branche finden Sie in den Grafiken oben.

"Trotz des Kursrückschlags Anfang 2020 kletterte das verwaltete Vermögen", sagt Efama-Volkswirt Thomas Tilley bei der Präsentation des Reports. "Die Branche profitierte von der Erholung und verzeichnet weiter ein starkes Wachstum." Lediglich 2018 hatten die auf dem Kontinent aktiven Asset Manager einen Rückgang des verwalteten Vermögens erlitten – vor allem wegen der schwachen Marktentwicklung damals. "Doch schon 2019 wurde der Rückgang mehr als ausgeglichen", berichtet Tilley. Der guten Entwicklung konnte der Corona-Crash mithin keinen Abbruch tun.

Zinsumfeld erwärmt Sparer für Aktienfonds
Wichtige Kundengruppen von Europas Asset Managern waren mit 28 Prozent Anteil Retail-Anleger. 2020 kletterte ihr Anteil gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 Prozentpunkte. Efama-Volkswirt Tilley führt dies auf die ob der niedrigen oder gar negativen Zinsen auf Sparkonten erwachende Begeisterung der Sparer für die Kapitalmärkte zurück. Den mit 72 Prozent größten Teil des verwalteten Vermögens betreuen die Fondshäuser aber für institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Banken.

Einen besonders starken Zuwachs verzeichneten innerhalb dieser Gruppe Stiftungen sowie für spezielle Zwecke eingerichtete Finanzierungsvehikel. Tilley verweist hier auf den deutschen "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung", oder kurz Atomfonds. Dieser soll die Kosten für die Lagerung und Beseitigung des radioaktiven Abfalls der Kernkraftwerke finanzieren. "Solche Vehikel investieren erhebliche Beträge – zum Teil direkt, aber auch über Asset Manager", berichtet Tilley. Der Atomfonds will übrigens klimafreundlich finanzieren. Und der Trend zu nachhaltigen Geldanlage zählt ebenfalls zu den Wachstumstreibern der Fondsbranche. (ert)