Europas Fondsgesellschaften haben im ersten Quartal 2017 die höchsten Nettomittelzuflüsse seit fünf Jahren verzeichnet. Sowohl Aktien- als auch Rentenfonds konnten frisches Anlegergeld einsammeln, berichtet Lipper Fund Research. Die Zuflüsse kamen überraschend nach einem mehr als durchwachsenen Jahr 2016 und trotz hoher politischer Risiken – und sie sind der Industrie hochwillkommen. Denn insbesondere Anbieter aktiv gemanagter Portfolios stehen unter gewaltigem Margendruck.

Insgesamt flossen in den ersten drei Monaten dieses Jahres unterm Strich rund 210 Milliarden Euro in europäische Fonds. Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten habe das Anlegervertrauen befördert, erklärt Massimo Greco, Leiter der europäischen Fondssparte bei J.P. Morgan Asset Management. "Der Risikoappetit nimmt zu", sagt er einem Bericht der "Financial Times" zufolge. "Die Prognosen für die Weltwirtschaft sind zunehmend positiv. Immer mehr Anleger erwarten, dass sich Aktien und Teile des Rentenmarktes gut entwickeln werden."

Übermut tut selten gut
Aktienfonds sind der Überraschungssieger des laufenden Jahres. Sie konnten in Europa im ersten Quartal netto 34 Milliarden Euro einsammeln. Auch Renten- und Geldmarktfonds, Multi-Asset- sowie alternative Produkte waren bei Anlegern beliebt. Zu den Investmentgesellschaften mit den höchsten Zuflüssen zählten J.P. Morgan Asset Management, Amundi, Schroders, Ashmore, Jupiter und GAM.

Angesichts der jüngsten Rally am US-Aktienmarkt bereuten Anleger womöglich, nicht früher investiert zu haben, und versuchten nun mit allen Mitteln, dieses Versäumnis wettzumachen, spekulieren Fondsanbieter. Sie zeigen sich von den hohen Zuflüssen überrascht. Einige von ihnen warnen Investoren jetzt sogar vor zu viel Euphorie. So wies etwa Star-Manager Bill Gross zuletzt auf die hohen Bewertungen am Aktien- und Hochzinsanleihemarkt hin. (fp)