Die Gebühren für europäische Fonds sind seit 2013 deutlich gefallen. Dies zeigt eine Studie des amerikanischen Branchenverbands Investment Company Institute (ICI). Der US-Fondsverband, der auch die weltweite Marktentwicklung beobachtet, berichtet von einem Rückgang der Kosten bei Aktien- und Mischfonds um zwölf sowie bei Rentenfonds um rund sieben Prozent. So berechnen UCITS-Vehikel ihren Anlegern im Schnitt bei Aktien- und bei Mischfonds nunmehr 1,51 Prozent und Rentenfonds 1,04 Prozent an Gebühren.

"Regulatorische Änderungen, einschließlich Mifid II, haben eine einfachere und transparentere Veröffentlichung der Gebühren vorangetrieben", sagt Co-Studienautor Giles Swan, Direktor für globale Fondsrichtlinien bei ICI Global. Anleger schichten ihr Vermögen demzufolge in günstige Fonds um. Diese Entwicklung vollziehen die Anbieter nach. So schließen oder verschmelzen sie vor allem teure Fonds, demgegenüber kommen Neuauflagen zu deutlich günstigeren Preisen auf den Markt, beobachten die Experten.

Boom bringt Skaleneffekte
Diese Entwicklung befeuert der Trend zu passiven Investments. So nimmt der Anteil der günstigen, börsengehandelten Indexfonds (ETFs) deutlich zu. Daneben führt aber auch der Boom der Fondsbranche insgesamt dazu, dass mit zunehmenden verwalteten Vermögen die Anbieter die Volumenvorteile an die Kunden weiterreichen.

Neben dem einfachen Gebührendurchschnitt berechnete der Lobbyverband auch die durchschnittlichen Kosten der UCITS-Vehikel anhand des gewichteten Volumens. In dieser Kalkulation gehen jene Fonds stärker ein, in denen mehr Geld liegt. Auch hier verzeichnen die Branchenbeobachter seit 2013 einen Gebührenrückgang bei Aktien- und Rentenfonds – nicht jedoch bei Mischfonds. Insbesondere volumenstarke Multi-Asset-Vehikel konnten also das Preisniveau gegen den Branchentrend halten. (ert)