Ein ehemaliger Blackrock-Fondsmanager geht wegen Insiderhandel ins Gefängnis. Ein Londoner Richter hat Mark Lyttleton zu einer Haftstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte nach langwierigen internationalen Ermittlungen im September 2016 Anklage gegen den einstigen Starmanager erhoben. Die britische Finanzaufsicht FCA hatte das Verfahren losgetreten.

Lyttleton steuerte zwei Dickschiffe des Londoner Blackrock-Arms. Die Fonds UK Dynamic und der Absolute Alpha kamen in Spitzenzeiten zusammen auf ein Volumen von rund zwei Milliarden Pfund (rund 2,3 Milliarden Euro) und zählten zeitweise zu den Fonds-Bestsellern in Großbritannien. Mit der Finanzkrise 2008 gerieten die Fonds aber arg ins Straucheln.

Gravierender Vertrauensbruch
Der 45-Jährige Starmanager nutzte den Ermittlern zufolge in der Zeit von Oktober bis Dezember 2011 vertrauliche Informationen, die er als als Portfolioverantwortlicher beim weltgrößten Fondshaus erhielt, um auf eigene Rechnung über einen Schweizer Broker mit Minenaktien zu handeln. Die entsprechenden Aktien standen aber auf einer internen Verbotsliste für Blackrock-Mitarbeiter, da das Haus Insiderinformationen zu den Firmen hatte. "Lyttletons Handeln bedeutet einen gravierenden Missbrauch des Vertrauens, das in ihn als Vermögensverwalter gesetzt wurde", sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.  

Lyttleton und seine Frau waren 2013 zeitweise inhaftiert worden. Ermittler durchsuchten ihre Wohnung in der Schweiz. Grund: Der Manager hatte unter dem Mädchennamen seiner Frau eine Reihe von Scheinfirmen aufgesetzt, um seine fragwürdigen Geschäfte zu vertuschen. Die Behörden stellten die Ermittlungen gegen Lyttletons Frau später ein. Der Manager war noch vor seiner Verhaftung im Jahr 2013 bei Blackrock ausgeschieden. (ert)