Es gibt viele Kennzahlen, um die Relevanz eines Finanzdienstleisters im Fondsvertrieb zu messen, etwa das betreute Volumen, die Zahl der Kunden oder den Provisionsumsatz. Viele Unternehmen veröffentlichen diese Zahlen jedoch gar nicht oder nur mit großer Verzögerung. Für eine andere Größe gibt es jedoch aktuelle Daten, zumindest für einen Teilbereich des Marktes: Dem Bafin-Register der vertraglich gebundenen Vermittler lässt sich entnehmen, wie viele "Tied Agents" sich einem Wertpapierinstitut angeschlossen haben.

Das erlaubt interessante Einblicke in das Geschäft jener Vertriebe, die ihr Investmentgeschäft über KWG-Haftungsdächer organisieren. Darum hat FONDS professionell zum mittlerweile vierten Mal seit 2016 für die letzte Ausgabe des Jahres das entsprechende Register ausgewertet.


Die wichtigsten Ergebnisse der Analyse finden Sie grafisch aufbereitet in der Bilderstrecke oben – einfach weiterklicken!


Gut 22.000 Vermittler
Aktuell finden sich insgesamt 316 Institute in der Datenbank. Allerdings werden nur bei 204 von ihnen auch vertraglich gebundene Vermittler aufgeführt, die restlichen haben aktuell keine Tied Agents. In Summe sind 22.060 Vermittler im Register zu finden, 1.418 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Minus von sechs Prozent. 51 Wertpapierdienstleister haben Zugänge zu verzeichnen, 59 Abgänge. 103 Institute nennen nur einen einzigen Vermittler. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um ausländische Banken oder Broker, die ihre deutsche Niederlassung als "Tied Agent" angebunden haben.

Häufig zu finden sind auch andere Konstellationen mit Mutter- und Tochtergesellschaft. Diese Institute haben eher wenig mit den "großen" Haftungsdächern gemein, unter denen Hunderte Handelsvertreter ihr Investmentgeschäft abwickeln – und auch wenig mit den Dienstleistern für freie Berater wie NFS Netfonds, BfV Bank für Vermögen oder BN & Partners Capital.

Qualität statt Quantität
Von diesen Haftungsdächern am freien Markt konnte auf Sicht der vergangenen zwölf Monate nur NFS deutlich zulegen (siehe Grafik in der Bilderstrecke oben). Die Hamburger finden seit geraumer Zeit Anklang bei Bankern, die sich selbstständig machen. Die meisten anderen haben Vermittler verloren, ein Trend, der nun schon seit geraumer Zeit anhält. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass viele dieser Institute, etwa die BCA-Tochter BfV, nur noch echte Investmentprofis anbinden möchten – und keine Kleinstvermittler mehr, die früher mal unters Haftungsdach geschlüpft waren, weil sie sich die Erlaubnis nach Paragraf 34f Gewerbe­ordnung sparen wollten. Ähnlich begründet Apella-Vorstand Guntram Schloß den Rückgang bei seinem Haftungsdach.

Details zu diesen Dienstleistern im freien Vertrieb finden Sie in der Ausgabe 4/2019 ab Seite 284. Auf dem FONDS professionell KONGRESS Ende Januar in Mannheim können Sie viele Führungskräfte dieser Haftungsdächer auch persönlich sprechen. (bm)


Den vollständigen Artikel lesen Sie in FONDS professionell 4/2019 ab Seite 280. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.