Das Geschäft der unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland brummt. Diesen Schluss lässt eine Studie des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Hochschule Aschaffenburg zu, deren Ergebnisse FONDS professionell ONLINE vorliegen. Demnach verzeichneten mehr als drei Viertel der 184 befragten Vermögensverwalter 2017 einen teils deutlichen Zuwachs bei der Zahl der Kunden und beim verwalteten Vermögen. Nicht nur das: Die Branche blickt sehr optimistisch in die Zukunft, so der Tenor der Untersuchung.

Das InVV untersucht seit 2014, wie sich die Branche der bankenunabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland entwickelt. 2018 deckte die jährliche Untersuchung rund 40 Prozent aller Vermögensverwaltungen ab, die mit Erlaubnis nach Paragraf 32 Kreditwesengesetz arbeiten. Zentrale Erkenntnis für InVV-Leiter Hartwig Webersinke, der auch Dekan an der Hochschule Aschaffenburg ist: "Die unabhängige Vermögensverwaltung bleibt nach wie vor eine attraktive Zukunftsbranche mit guten Erwerbsaussichten und einer hohen Eigenkapital-Rentabilität."


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Webersinkes Optimismus gründet in der Geschäftsentwicklung der Branche: Nur sieben Prozent der befragten Vermögensverwalter mussten im vergangenen Jahr einen Rückgang der betreuten Assets hinnehmen. Jeder dritte Studienteilnehmer verzeichnete einen "starken Anstieg" von mehr als 30 Prozent. Der durchschnittliche Vermögensverwalter betreut der aktuellen Studie zufolge im Median mit sieben Mitarbeitern knapp 152 Millionen Euro von 221 Kunden.

Optimistisch wie nie zuvor
Webersinke benennt mehrere Faktoren, die für weiteren Aufwind in der Branche sorgen sollten: Erstens würden die Banken nicht immer adäquat auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen. Zweitens reife bei den Anlegern die Erkenntnis, dass eine gute Beratung etwas kosten dürfe. Und drittens mache das Niedrigzinsumfeld eine gute Vermögensverwaltung immer schwieriger – und damit zu einem Fall für Profis.

In der diesjährigen Befragung äußerten sich mehr als 70 Prozent der Befragten optimistisch, dass sich der Zuwachs beim verwalteten Vermögen fortsetzen wird. "Einen so hohen Wert sehen wir in unserer Befragung zum ersten Mal", betont Webersinke. (bm)