Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement schließt sich mit der Gesellschaft HRK Lunis zusammen. Dies teilten die beiden Vermögensverwalter mit. Die beiden Häuser würden unter das Dach einer gemeinsamen Holding schlüpfen. Damit schreitet die Konsolidierung in der Vermögensverwaltung voran. HRK Lunis war aus Zusammenschlüssen entstanden. Mit Eyb & Wallwitz ist nun ein Haus beteiligt, das mit seinen Phaidros Funds eine markante Position als Fondsanbieter hat.

Die Gesellschaft Lunis war 2017 von der Private-Equity-Gesellschaft des Milliardärs und ehemaligen Goldman-Sachs-Bankers Christopher Flowers gegründet worden. Erklärtes Ziel war, die Konsolidierung in der Vermögensverwaltung voranzutreiben. So kündigte Lunis 2022 die Verschmelzung mit Huber, Reuss & Kollegen an. Der Deal führte zur Namensänderung in HRK Lunis.

Elf-Milliarden-Schwergewicht
Neben weiteren Fusionen schloss sich im Jahr 2025 auch das Düsseldorfer Haus Grossbötzl, Schmitz & Partner HRK Lunis an. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Flowers seine Anteile an HRK Lunis an die französische Private-Equity-Gesellschaft Seven2 weiterreicht. Bereits 2019 wollte Flowers die Beteiligung an Lunis losschlagen. Doch der geplante Verkauf an die auf Mittelstandsfinanzierung spezialisierte Gesellschaft Youmex platzte.

Durch den Zusammenschluss von Eyb & Wallwitz mit HRK Lunis entsteht ein neues Schwergewicht in der Vermögensverwaltung. Die Häuser verwalten zusammen ein Vermögen von rund elf Milliarden Euro. Konkret soll die HRKL GmbH & Co. KG als Holding die Mehrheit an Eyb & Wallwitz übernehmen. Firmengründer und Namensgeber Georg von Wallwitz sowie Olivier Kuetgens würden an der Dachgesellschaft beteiligt – neben Seven2 und den anderen Gesellschaftern. Dem Deal müssen noch die Behörden zustimmen.

"Nächste Wachstumsphase"
Beide Gesellschaften werden ihre bewährten Anlagestrategien sowie ihre etablierten Marken unter einem gemeinsamen Dach fortführen, heißt es in der Mitteilung weiter. Für Kunden und Geschäftspartner würden die vertrauten Ansprechpartner bestehen bleiben sowie die Fonds und Dienstleistungen fortgeführt, betonen die Vermögensverwalter.

"Mit diesem Schritt schaffen wir einen langfristigen verlässlichen Rahmen für die nächste Wachstumsphase von Eyb & Wallwitz", begründet von Wallwitz den Schritt. Dieser eröffne die Möglichkeit, neue Kundengruppen zu erschließen, das Produktangebot weiterzuentwickeln und die Marktposition auszubauen. Der Chef von HRK Lunis, Andreas Brandt, verweist darauf, dass beide Häuser kulturell gut zueinander passen und ein "gemeinsames Wertegerüst" aufweisen würden.

Unter Konsolidierungsdruck
Neben HRK Lunis haben sich noch andere Gesellschaften zum Ziel gesetzt, bei der Konsolidierung unter Vermögensverwaltern mitzumischen. So positionieren sich vor allem die Schweizer Cinerius Financial Partners sowie Athelios Vermögensatelier von Ethenea-Gründer Luca Pesarini als Vermögensverwalter-Dächer. Auch die Düsseldorfer Gesellschaft Amauris sowie die Frankfurter Serafin Wealth Management hegen entsprechende Ambitionen.

Die Branche der Vermögensverwalter ist bislang zersplittert. Steigende Kosten, eine immer dichtere Regulierung sowie ein hoher Investitionsbedarf, etwa in eine moderne IT, forcieren eine Konsolidierung in dem Sektor. Zudem stehen viele inhabergeführte Vermögensverwaltungen vor der Frage, wie die Nachfolge geregelt werden soll. Die Dachgesellschaften bieten sich hier als Partner an. (ert)